die „Walz“ in Deutschland

Nachdem ich nun Teile der Welt mitsamt ihren Bewohnern und deren Kultur entdeckt habe, in denen ich noch nie zuvor war, und auch selber viele Dinge zum ersten Mal gemacht habe (das krasseste war wohl meine Nacht im Gefängnis in Sambia), muss und will ich nun zurück in meine Heimat Deutschland.
Natürlich zuallererst, um wie jeder Mensch Geld zum Leben zu verdienen, aber auch, weil ich niemand sein will, der vor Dingen oder Menschen, mit denen er nicht klar kommt, wegrennt. Wenn ich irgendwann feststellen muss, wie sich daß ja bei meinem letzten Arbeitsversuch angedeutet hatte, daß ich mit der stressigen Art wie hier gearbeitet wird, dem Perfektionismus der auf persönliche Befindlichkeiten wenig Rücksicht nimmt, wirklich auf Dauer nicht zurecht komme, dann will ich wenigstens den Mut haben, mich vor „euch“ zu stellen und zu sagen, daß mir das so nicht gefällt, daß ich etwas anderes will, und deswegen jetzt gehe.
Ich will es aber auch zuerst wieder in Deutschland probieren, weil ich natürlich hier die Sprache am besten beherrsche, um immer noch wieder etwas dazuzulernen, und wahrscheinlich hier nach meinen zwei Jahren Arbeitslosigkeit zuerst am meisten verdienen kann. Unter diesen Umständen würde ich wahrscheinlich im Ausland sowieso nur als jemand wahrgenommen werden, der vor Problemen davonläuft.

Allerdings will ich nicht nur einfach irgendeinen halbwegs gut bezahlten Job machen, sondern am liebsten gleich mehrere davon dicht hintereinander in Gegenden, die ich noch nicht kenne und die mir gefallen, oder die ich zumindest interessant finde. Dabei will ich vor allem auf ein gutes Verhältnis zu den Kollegen achten, was vielleicht nicht ganz so einfach ist, wenn diese erfahren, daß ich sowieso nicht lange bei ihnen bleiben will.
Ich glaube in diesem Punkt werde ich, wie bei den Frauen in Afrika, ein paar Versuche brauchen, bis ich langsam schlauer werde, und mich auch traue, mir nur noch solche Chefs und Kollegen auszusuchen, so gut dies eben bei einer Arbeitsplatzbesichtigung möglich ist, mit denen ein unverkrampftes Verhältnis möglich ist. Gerade deswegen scheint mir mein Ansatz, mit kurzzeitigen Verträgen viele Arbeits- und Wohnorte auszuprobieren, von Vorteil für mich zu sein.
Außerdem kann ich so viele Erfahrungen sammeln, die mir danach, wenn ich vielleicht diesen Versuch auf das europäische Ausland (Frankreich und Polen könnte ich mir vorstellen) ausdehnen will, bessere Möglichkeiten bei der Jobsuche verschaffen. Wichtig wird in meinen Planungen auch sein, nicht zu lange zu brauchen, bis ich wieder eine ausreichende Summe für größere Unternehmungen zur Seite legen konnte. – 16.04.2012

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Nach den ersten vier Tagen (zu lesen ab hier), nach denen ich wegen der Arbeitsagentur leider sofort wieder nach Hause musste, hat sich vor allem herausgestellt, dass es mir für diese, für mich neue Art Leben (mit dem Rucksack durch Deutschland ziehen auf der Suche nach Arbeit) noch an Selbstbewußtsein mangelt.
Es wird also meine erste Aufgabe werden, zu lernen, mich mit meiner von der Norm abweichenden Unternehmung nicht vor den Leuten zu verstecken, welche ja bekanntermaßen in Deutschland schnell mit Wertungen zur Hand sind. Zum Beispiel muss ich dazu stehen, dass ich gar nicht so genau weiss, als was ich arbeiten will, und mir das auch nicht so wichtig ist, sondern dass ich auch bei der Suche nach Arbeit meinem Gefühl vertrauen will.
Genau deshalb werde ich wohl auch ziemlich lange brauchen, da, besonders, wenn’s um die Arbeit geht, der „Deutsche an sich“ nur sehr schwer von seinen gewohnten Vorstellungen abzuweichen bereit ist. Jemand, den es weniger stört, wenn mal etwas nicht gleich funktioniert oder nicht geschafft wird, hat es schwer. Deshalb ist es auch der wahrscheinlichere Fall, dass ich, wenn der Winter naht und man nicht mehr im Zelt schlafen kann, einfach erst einmal irgendeinen Job machen muss, oder, wenn es damit nicht klappt, von Hartz IV leben werde (dann aber auf keinen Fall bei meinen Eltern).
Am nächsten Sonntag soll es übrigens spätestens wieder los gehen, da ich dann bereits wieder zwei Monate bei meinen Eltern gewohnt habe. – 12.06.2012

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