2013-05-07 – der alte Stress

20:30 Uhr: die Idee den Lärm mit einem Deckbett am Fenster zu bekämpfen scheint ganz gut zu funktionieren. Jetzt habe ich mit der permanenten Lösung dafür nicht so großen Stress.

6:00 Uhr: apropos Stress. Seit gestern habe ich einen herpesähnlichen Ausschlag im Mundwinkel. Mein Körper will mir etwas sagen und ich werde es sogleich beachten – und selbst darin noch Gefahr laufen, zu perfekt sein zu wollen.

17:30 Uhr: zu Hause erst einmal wieder schlafen, heute aber schon etwas kürzer. Als ich aufwachte, war ich verzweifelt, weil ich nicht davon überzeugt bin, die in der Reha an mich gestellten Anforderungen erfüllen zu können. Im Moment erhalte ich nach außen hin die Fassade, aber dahinter bröckelt es. Ich fühle mich besser, wenn ich es bröckeln lassen darf. Dazu braucht es den Mut, das Risiko einzugehen, vor den anderen wirklich ehrlich zu sein, auch, wenn sie mich deshalb nicht mögen sollten.
Was an den Infos, die wir zur Zeit erhalten, besonders nervt, ist die Fokussierung auf den „Job“, der das grosse Ziel ist. Das führt zu Druck, den ich nicht brauche, der sogar kontraproduktiv ist, weil ich mich nicht zwingen lassen will, vor allem, weil es nicht nötig ist, mich zu zwingen. Ich will Arbeit, aber eben nicht aus dem Grunde, der anonymen „Gesellschaft“ Kosten zu ersparen, weil das für mich einem menschenverachtenden Menschenbild entspringt. Ich will Arbeit, weil ich etwas kann, vor allem, weil ich mehr kann, als nur Geld zu generieren, und weil ich das beweisen möchte.

20:00 Uhr: im Nachhinein ist mir noch einmal aufgefallen, dass ich heute bei der Reha auf eine Konfrontation nicht mit Gegenwehr reagiert habe. Ein anderer Teilnehmer schien mir etwas genervt von meiner schwammigen, weil nichts ausschliessen wollenden Ausdrucksweise. Ich habe das in dem Augenblick gar nicht so wahrgenommen und ihm einfach auf seine Fragen geantwortet, wodurch ich ihn am Ende besänftigen konnte. Zufrieden bin ich mit der Lösung allerdings nicht, weil ich weiss, dass sie nicht von Dauer sein wird. Wenn ich jetzt an die Gruppe der Teilnehmer denke, empfinde ich bereits Stress und bin angespannt.

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