2013-04-29 – auf in ein neues Zuhause

22:00 Uhr: vielleicht ein letztes Mal sehe ich „Alex“, wieder grüßt er nur sehr spärlich. Nachdem ich bei der Arbeit schon begonnen hatte zu denken, dass einige Kollegen eben NUR meine Kollegen sein wollen, fällt mir jetzt plötzlich auf, wie sehr ich immer davon ausgegangen bin, dass meine Mitbewohner mich mögen müssen, so als gäbe es in dieser Frage für sie gar nichts zu entscheiden.
Immer noch fällt es mir schwer, anderen dabei die Freiheit der Entscheidung zu lassen, weil es für mich immer noch so schwierig ist, mit einer Ablehnung umzugehen.
Bei Frauen ist es damit bei mir noch viel schlimmer, denn zwar kann ich akzeptieren, dass oberflächlichere Naturen einen größeren, schöneren, stärkeren oder reicheren Mann haben wollen, ansonsten bin ich aber eigentlich der Überzeugung, dass ich ein Typ bin, den JEDE Frau sich wünschen SOLLTE. Dementsprechend würde ich sie dann natürlich ansprechen, und dementsprechend habe ich damit auch schon vor langer Zeit aufgehört, weil die Misserfolge nicht aufhörten. Der große Gegensatz zwischen diesem Selbstverständnis und meinem meist geringen Selbstwertgefühl lässt mich den Frauen dann noch merkwürdiger erscheinen.

16:30 Uhr: heute hat alles gut geklappt. Ich war am Vormittag noch beim Jobcenter und in der Schwimmhalle. Für meine Rückzahlung habe ich einen kleinen Aufschub bekommen.
Als ich gerade mit dem Schwimmen fertig war, hat mein Vermieter noch einmal telefonisch den Termin für die Wohnungsübergabe verlegt. Ich habe die zusätzliche Zeit einfach genutzt, um mich in „Pankow“, also bei mir Weissensee, anzumelden. Die Wohnung erschien jetzt, als ich sie leer sah, doch noch heller und größer, vor allem höher, als bei der Besichtigung. Das beste ist aber, dass ich sogar so eine Art Balkon habe. Zu dem hat zwar theoretisch jeder Mieter Zugang, aber da er sich ganz oben befindet, werde ich ihn mir wohl bloß mit meinem direkten Nachbarn teilen müssen. Und ich kann von meinem Fenster aus den Fernsehturm sehen. Also wenn das nichts ist?
Als ich mich bei meinem neuen Nachbarn vorstellte, bin ich wieder einmal ins Fettnäpfchen getreten, denn als er mir auf meine Frage verkündete, dass ER laut wäre, antwortete ich ihm damit, dass ich mit IHM schon fertig werden würde. Er ist eben etwas schmächtiger :-(. Da hat sich wohl mein neuer Mut zur Wut mit meinem alten Mut zur Offenheit unglücklich gepaart. Im Anschluss machte ich selbstverständlich auch gleich wieder Pläne, wie ich sein „Herz“ zurück erobern könnte. Aber mit Hinblick auf die gestern abend aufgekommenen Gedanken (s.o.) werde ich versuchen, ihm zu gestatten, mich nicht zu mögen.
Jetzt werde ich noch ein paar Sachen packen und dann das Auto holen.

20:00 Uhr: Mitbewohner „Klaus“ hat mich noch einmal zum Essen eingeladen. Danach haben wir noch bei Kaffee (ich) und Zigarette (er) ein wenig gequatscht. Auch „Alex“ kam noch einmal in die Küche.
Deswegen sitze ich jetzt um acht immer noch hier und ich habe immer noch 20 Taschen und Tüten ins Auto zu laden, UND ich will heute noch die 200km zu meinen Eltern fahren. Es wird also eine lange Nacht.

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