2013-04-03 – ein Depritag

4:00 Uhr: irgendwie bin ich wach geworden als „Alex“ sich für die Arbeit fertig machte. Ich fühlte wieder die wachsende Einsamkeit, Verzweiflung und Anspannung der letzten Tage, und merkte, wie ich in Gedanken versuchte ein angenehmeres Bild von mir zu erfinden, dem ich dann nacheifern könnte. Diesen Weg wählte ich aber nur, weil ich nicht davon überzeugt war, das ich selbst, ohne Manipulation, etwas tauge. Deshalb beliess ich es bei dem gedanklichen Bild und blieb, wo ich war, bei dem „kümmerlichen“ Ich, das zu viel tun würde, um sich nicht mehr allein behaupten zu müssen.
An Schlaf war nicht mehr zu denken, aber wenn ich meine Schwester, mit der ich gestern telefonierte, heute vormittag besuche, sehe ich noch meine kleine Nichte. Vorher könnte ich Schwimmen gehen.

10:30 Uhr: ich hatte mich noch einmal hingelegt. Jetzt lohnt es sich nicht mehr, noch zu meiner Schwester zu fahren.

11:00 Uhr: ich schaue mir Landkarten auf deviant.art an. Alternativ würde ich heute sowieso nur depressiv vor mich hin grübeln, deswegen lasse ich heute (und morgen (und übermorgen)…) alle Fünfe gerade sein.
Darum auch gleich, wie in „guten, alten Zeiten“, ein paar Honigbrötchen.

12:00 Uhr: die Verdrängung von Problemen funktionierte kaum länger als die Brötchen reichten.

14:30 Uhr: voll depri, immer noch. Vorhin wollte ich nicht einmal in die Küche gehen, weil dort der Mitbewohner mit einer Freundin saß.
Aber selbst in Afrika hatte ich ja meine Depriphasen. Jetzt gibts Reis mit Tomatensuppe, ach ja, und duschen müsste ich mich auch mal.

18:00 Uhr: nach einem kleinen Schläfchen bin ich doch noch einmal raus gegangen. Heute ist mir besonders aufgefallen, wie wenig mich die Frauen im Allgemeinen anmachen. Die höchste Form der Erregung ist es, wenn ich bei einer schöneren schüchtern werde. Dabei habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass gerade das extrem gut für mein Selbstwertgefühl ist. Wobei es gar nicht der Erfolg sein muss, sondern einfach es mir zu gestatten, sexuell angemacht, also erregt zu sein, weil sich dann sofort das ganze Körpergefühl ändert und man viel mehr da ist.

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