2013-03-17 – Aktionismus

4:00 Uhr: meine Nacht ist schon zu Ende, zu viele Gedanken über mich, die vier Damen und die Welt an sich.

7:30 Uhr: ich habe ein neues Headerbild fertig gestellt und es gefällt mir nicht.

12:00 Uhr: nach dem Aufwachen hab ich noch ein bisschen im Bett gelegen und gegrübelt. Danach bin ich aber Joggen gegangen.

13:30 Uhr: das tat gut, da ist mir unter der Dusche gleich ein guter Einfall gekommen: da ich im Umgang mit der Wut schon ein paar Fortschritte gemacht habe, und mit der Traurigkeit wenigstens erste Veränderungen zu sehen sind, wäre es vielleicht gut, von beidem ein wenig mehr zu haben, um eben auch mehr üben zu können. Da mein Medikament zu einem schwächeren Empfinden der Traurigkeit führt und auch der Wut die Spitzen nimmt, könnte ich dies mit einer Verringerung der Dosis erreichen.
Allerdings nehme ich mit 150mg schon die zweitniedrigste, und eine Halbierung wäre zuviel des Guten. Auch würde mir meine Ärztin wohl kaum sofort wieder etwas verschreiben, weil ich erst vor drei Wochen bei ihr war. Aber ich könnte die Einnahme strecken, indem ich drei Tabletten an vier Tagen nehme. Am ersten Tag morgens, am zweiten Tag mittags, am dritten Tag abends und am vierten gar keine. Damit wäre ich dann bei einer Mitteldosis von 112g pro Tag. Die Veränderung scheint mir ein wenig groß, mit den 150mg-Kapseln lässt sich eine 125mg-Dosis aber nicht gut realisieren. Notfalls käme ich aber wenigsten auf eine 120mg-Dosis, wenn ich vier Kapseln an 5 Tagen einnehme.

14:00 Uhr: habe gerade ein gutes Blog bei bloggerei.de entdeckt. Im aktuellen Artikel kann man sehr gut nachlesen, wie auch ich mich viele Jahre gefühlt habe: rausundlos

16:00 Uhr: ich habe mich wieder einmal für jemanden verantwortlich gefühlt, dieses Mal im Internet. Das wurde mir aber erst bewusst durch die Antwort auf meinen Kommentar (siehe oben).

18:00 Uhr: nachdem ich ein wenig im Internet abgekackt hatte, bin ich noch einmal rausgegangen. Als ich merkte, dass meine Schuhe nicht wie üblich unten im Hausflur standen, weil ich sie mit hoch genommen hatte, wurde ich wütend. Immerhin merkte ich, dass ich mir die Wut nicht erlauben wollte. Als ich dann endlich auf die Strasse trat, versuchte ich gleich wieder, sie zu verstecken, vorm Imbiss war es das gleiche. Trotzdem konnte ich allzu starke Selbstmanipulation verhindern.
In der S- und U-Bahn allerdings wurde die Anspannung dann immer größer, und so richtig sicher war ich mir auch nicht mehr, ob ich nun eher wütend oder traurig war, da ich ja beides sehr verdränge. Es dauerte auch eine ganze Weile, bis ich endlich anfing, die Fäuste abwechselnd zu ballen. Es half aber gut, denn als ich aus dem Bus stieg, war ich in der Lage, die nun deutliche Traurigkeit bei einer endgegenkommenden jungen Frau nicht wegzuschieben.
Meine Idee, die Dosis meines Medikamentes zu verändern, betrachte ich nun als einen erneuten Versuch, einen leichteren Weg zu finden. Da die Anspannung aber schon eben wieder sehr hoch war, werde ich sinnvollerweise darauf verzichten. Das Dumme ist nur, dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass ich mich mit den Antidepressiva einfach nur auf einem anderen, wenn auch besser auszuhaltenden Level einrichte, also wieder zu sehr die Veränderung meiden könnte.

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