2013-03-10

Nur 3 Std. Schlaf und danach elf Std. Arbeit, dann wieder nur zweieinhalb Std. geschlafen und heute nacht wieder mindestens sechs Std. „auf dem Bock“. Vorhin hatte ich böse Kopfschmerzen, und wenn ich alles zusammenzähle, muss ich mir selber die Schuld für diese geben, denn dieses Gammelleben der letzten Woche ist nun einmal nicht gesund. Die nicht angegangene Wut rächt sich auf diese Weise.
Trotzdem ich meistens dazu neige, entweder zu euphorisch oder zu pessimistisch auf mein Leben zu blicken, wage ich zu behaupten, dass es mir jetzt im Schnitt besser geht als vor meiner Reise. Zum einen natürlich durch die vielen unvergleichlichen Erlebnisse und bestandenen Herausforderungen, aber eben auch durch die Medikamente, die ich ja jetzt zum ersten Mal wirklich länger nehme, ohne dass mich die Aussicht auf ein großes Abenteuer zusätzlich beflügelt und weitermachen lässt.
Inzwischen kann ich mir gar nicht mehr richtig vorstellen, was sich ändern würde, wenn ich sie jetzt absetzen würde. Ich kann mich nur noch deutlich daran erinnern, dass ich es jedes Mal, wenn ich es während meiner Reise tat, als sehr negativ empfand, weil ich plötzlich viel impulsiver wurde.
Sollte ich eines Tages genug darüber gelernt haben, meine Wut angemessen und ohne zögern zu zeigen, könnte ich auch einmal wieder probieren, wie ich mit einer geringeren Dosis klarkommen würde.

Wenn ich allerdings behaupte, dass es mir besser geht, so heisst das gar nicht, dass ich der Meinung bin, die depressive Neurose einmal ganz hinter mir lassen zu können. Vielmehr im Gegenteil kann ich mir im Augenblick vorstellen, mit ihr ein lebenswertes Leben zu führen, was auch bedeutet, dass ich etwas für mich tun kann, ohne ständig gegen einen so großen Teil von mir, den ja die „Krankheit“ einnimmt, kämpfen zu müssen.
Auf diese Weise kann ich es auch ertragen, dass meine sozialen Beziehungen, zumindest außerhalb meiner Familie, sich derzeit alles andere als positiv entwickeln. Da ich ja keine Freunde in Berlin habe, meine ich damit vor allem, das Verhältnis zu meinen beiden Mitbewohnern, bei dem der eine kaum noch Lust hat, mit mir zu reden, und der andere sich zu oft über mich lustig macht.

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