2013-02-25 – U-Bahn-Wut

22.30 Uhr: aufgrund meiner guten Stimmung war ich noch in Kreuzberg tanzen. Auf dem Weg dorthin habe ich sogar, obwohl ich auf der Straße etwas verkrampfte, eine junge Schwarze auf den Umstand hingewiesen, dass ihr Kopfhörerkabel herunterhing (mit Absicht???, denn wir waren uns schon vorher in der Straßenbahn begegnet). Sie antwortete nur mit einem lachenden „Ja“, und ich ging ohne weitere Reaktion angespannt meinen Weg.
Wahrscheinlich konnte sie kein Deutsch, aber das hätte sie mir dann auch sagen können. So jedoch erinnerte es mich im Nachhinein an die afrikanischen Frauen, die einen unbedingt kennenlernen wollen. So etwas will ich nicht mehr. Ich will eine, die sich Zeit lässt, bis sie sich mit mir zumindest annähernd sicher ist.

9:30 Uhr: Mitbewohner „Alexander“ hat mich nur so nebenbei begrüßt. Ich wurde sauer. Jetzt werd ich Sport machen.

13:30 Uhr: auch ohne viel zu Grübeln bin ich vorm Computer hängengeblieben. Jetzt hab ich wenigsten Mitbewohner 1 noch einmal um die Mietvertragsverlängerung gebeten und kann, wenn auch niedergeschlagen, noch mal zum Rehaträger gehen, für den ich mich entschieden habe.

14:00 Uhr: wie ich schon im Umgang mit meinen Mitbewohnern gemerkt hatte, bin ich heute sehr weinerlich drauf. Ich habe weiter meine Gedanken auch dazu, wie gestern beschrieben, nicht wichtig genommen, und nur ab und an dagegengesteuert, wenn mir auffiel, dass ich beginne, andere Leute mimisch anzuschleimen. Leider war das relativ häufig der Fall. Heulsusen-Ich und Schleimer-Ich sind also auf jeden Fall nahe Verwandte.

15:30 Uhr: wohl, weil ich mir wie gesagt, wenig Gedanken machte, verspürte ich im
U-Bahnhof plötzlich Wut und begann, die Fäuste oder andere Muskeln anzuspannen oder irgendwelche Rhythmen zu schlagen. Da es gut funktionierte, hörte ich auch in der U-Bahn nicht damit auf. Am Ende machte ich es sogar kaum noch versteckt, weil mir die Meinung der Leute immer gleichgültiger wurde. Einige waren sicher irritiert.

19:00 Uhr: beim Lesen fiel mir auf, dass ich doch noch etwas Ausdauersport machen müsste, um die Wut aus mir raus zu kriegen. Ich hatte mir die Klamotten schon herausgesucht und wollte bloß noch ins Internet wegen dem Wetter und der Strecke. Am Ende habe ich mir stattdessen ein Rührei gemacht. So schnell ändern sich meine Mechanismen nicht.
Allerdings ist immer noch die Idee da, dass man die Wut auch mit Sport angehen kann, ohne sie konkret zu spüren, weil sie sich eventuell dann zeigt, wenn man schon dabei ist.

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