Konditioniert aufs Aufpassen

Ich habe in der letzten Nacht zu wenig schlafen können, was nicht weiter tragisch ist, da ich davon ausgehe, heute nacht arbeiten zu müssen – es soll schneien. Gehofft hatte ich aber, wenigstens nun müde genug zu sein, um ein bisschen vorzuschlafen.
Heute werde ich garantiert nicht zufrieden mit meinem Post sein, denn ich bin mir gegenüber wieder sehr kritisch und kontrolliere mich viel zu viel. In der letzten Woche war mir dieses Verhalten wesentlich deutlicher spürbar als sonst bewußt geworden. Einerseits war das ein Grund zur Freude, zeigt es doch, wie groß meine Entwicklungsmöglichkeiten sind, und somit der Spass am Leben, den ein Verwirklichung bringen könnte. Andererseits konnte ich natürlich nicht verhindern, dass die jahrelang verfolgten Mechanismen, die dafür sorgten, dass mir dieses Verhalten nicht bewußt wurde, immer noch funktionierten. Wenn es mir jetzt bewußt wird, versuche ich erneut, es aktiv zu verhindern, kontrolliere also wieder, ob ich mich kontrolliere.
Als Folge muss ich mich jetzt damit herumschlagen, wieder ziemlich schwächlich zu agieren, um mich vor meinem eigenen, strengen Urteil zu schützen, und mich auch wieder stärker zurückzuziehen, so dass es mir im Moment nicht ratsam erscheint, mich für freie WG-Zimmer zu bewerben. Bevor ich eine neue Wohnung gefunden habe, muss ich auch sehr sparsam sein, da ich die Kaution schon gerne selbst bezahlen will, und nicht, wie ein Kind, meine Eltern um Hilfe bitten möchte. Da hier in Lichtenberg nicht viel los ist und ich noch kein Monatsticket habe, versuche ich Geld zu sparen indem ich Fahrrad fahre, was bei diesen Temperaturen den Aktionsradius etwas einschränkt. Immerhin habe ich mir heute wenigstens ein Paar Handschuhe geleistet.

Dennoch scheue ich weiterhin nicht das Risiko, einmal, indem ich trotz Angst vor Ablehnung weiter arbeiten gehe, wenn das Wetter es erfordert, und dann, indem ich was Wohnungs- und Arbeitssuche bzw. Reha betrifft keine Hektik aufkommen lasse.

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