Mein ätzendes Hamsterrad

Gestern war ich definitiv zu müde zum schreiben. Nach zwei Schichten Winterdienst a 20 bzw. 15 Stunden war das kein Wunder.
Ich hatte mich extremst selbst beobachtet, nur sorgte das dieses Mal nicht für An- sondern sogar für eine gewisse Entspannung. Mir war nämlich aufgefallen, wie sehr ich bei dieser Selbstbeobachtung alle Nase lang bei bestimmten Dingen (Anspannungen, Ängste, Wut etc.) hängenbleibe und mich manches Mal sogar in ihnen zu verfangen drohe. Dies weckt dann ängstlich geprägte Überlegungen zur „Richtigkeit“ eigener Gedanken, Gefühle oder Handlungen, einhergehend mit Furcht vor negativen Folgen in der Zukunft.
Dieses „Hängenbleiben“ liess sich allerdings nun nahezu stets mit seiner Bewusstwerdung beenden, weshalb ich trotz Fokussierung nach innen und anstrengenden Arbeitstagen mit einem teils nervenden Kollegen entspannter war als sonst. Natürlich wirkte ich auf ebenjenen Kollegen noch immer verkrampfter und leider auch wehleidiger als andere, weswegen am Ende der letzten drei Schichten die Anspannungen zwischen uns auch zunahmen.
Mittlerweile, nach endlich einmal wieder etwas mehr Schlaf rückt mein Fokus weg vom „Hängenbleiben“ und richtet sich auf den zugrundeliegenden Automatismus der Selbstbeobachtung. Diesen kann ich vorerst kaum abstellen, obwohl gerade diese Charaktereigenschaft einem wenig Freunde und Freude bringt. Zu sehr wohl richtet sich die innere Kontrolle eines solchen Menschen auch auf andere Personen. Er oder sie gibt damit das negative Gefühl der Bevormundung weiter, durch das er oder sie als Kind diese Eigenschaft annahm.

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