Todsünde Mitleid

Es tut mir leid. Ich habe ein Bierchen gehabt und bin schon etwas müde, trotzdem will ich jetzt noch die neuesten Entwicklungen bei mir niederschreiben.
Ich lasse weiterhin das Selbstmitleid zu. Es tritt dramatisch häufig auf und ich erinnerte mich auch einiger Momente in der Vergangenheit, wo ich mir damit viel versaut habe. Das ist um Längen besser, als es zu verdrängen und es dann nicht zu merken, wenn es da ist. Aber ich musste mir eingestehen, dass diese Angewohnheit, mir selbst so oft leidzutun, der gravierendste Fehler meines Lebens war, und ich habe ihn nicht einmal bemerkt.
Was auch wiederkehrte, war das Gefühl, aufspringen zu wollen und sich endlich GROSS zu machen. Vor diesem Gefühl habe ich Angst, diese Angst verstehe ich noch nicht ganz, aber sie hat damit zu tun, dass meine Mutter mich nicht GROSS haben wollte, weil ich so ihr Angst gemacht hätte.

Eben in der S-Bahn hatte ich Kopfschmerzen wegen zu großer Anspannung. Diese wurden besser, wenn ich mein Gesicht entspannte. Dadurch spürte ich mein Selbstmitleid sehr deutlich, ich hatte das Gefühl, mich richtig in hineinfallen zu lassen. Als Reaktion hätte ich mich gerne wieder GROSS gemacht – dieses Gefühl spürte ich dort unter all den Menschen nicht so deutlich, und dass ich dies dort nicht tun konnte(?), machte mich wütend. Diese Wut liess ich über Muskulaturanspannung raus, versuchte aber gleichzeitig, mit dem Gesicht weiter schwach, also selbstmitleidig, zu wirken. Als mir dieser Gegensatz heute nun klar wurde, versuchte ich auch im Gesicht die Stärke zuzulassen, ohne dabei andere zu provozieren.

Mein Vermieter will mir nicht seinen Mietvertrag geben, den das Jobcenter von mir haben möchte, weil das Jobcenter kein Recht hat, diesen von ihm zu verlangen. Ich muss also eine etwas größere Anstrengung unternehmen, um hier in Berlin mein ALG II zu bekommen.
Für mich ein gute Gelegenheit zum üben. Eine einzelne Aufgabe, die mich nicht gleich komplett überwältigt.
(Natürlich war ich am Anfang etwas sauer, dass er auch in diesem Fall die Welt „verbessern“ muss.)

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