Ich wanke, aber noch stehe ich

Oh, wie tue ich mir so leid. Gestern kam ich in Berlin an und verbrachte die erste Nacht in meinem neuen Zimmer und ausgerechnet gestern war auch der Tag, an dem mir meine, nun ehemalige Freundin, durch die Ignorierung meiner Anrufe und meiner SMS klar machte, dass sie kein Interesse mehr an mir hat. Schon beim letzten Treffen musste ich mich mit nur einem Abschiedskuss zufriedengeben, schon da kam es mir ein wenig komisch vor, jetzt habe ich Gewissheit.
Zwei Gründe waren wohl am Ende ausschlaggebend für ihre Entscheidung: ich konnte ihr kein Gefühl von Sicherheit vermitteln, da ich mich zu wenig bei ihr meldete, und ihre Signale und Andeutungen zu oft missverstand, und ich war durch meine wachsende Unsicherheit gepaart mit Selbstmitleid am Ende nicht mehr attraktiv genug für sie.
Zum Glück war ich nicht Hals über Kopf verliebt in sie, sonst würde es mir jetzt schwer fallen, mich nicht wie sonst in einen selbstmitleidigen, depressiven Zustand hineinzusteigern. Aber sie war immerhin die attraktivste Frau, mit der ich je zusammen war, weshalb mir diese Trennung doch einen gehörigen Antrieb gibt, die Ursache des Problems zu beheben. In guten Momenten, zum Beispiel gestern im Zug, bringe ich es immerhin dazu, dass die Hälfte der jungen Frauen mich anglotzt, an Motivation mangelt es also nicht.

Auch diesen Text schreibe ich, obwohl ich nach dem Verfassen des neuen „Quartalsberichtes“ schon wieder starke Anflüge von Selbstmitleid hatte, bei denen ich für gewöhnlich in Ablenkung oder Lethargie verfallen wäre. Ob ich mich aber auch sogleich in die Job- und Wohnungssuche stürzen sollte, ist eine andere Frage, denn immerhin bin ich heute nicht mit meinem ALG-II-Antrag weitergekommen, weil mein Personalausweis abgelaufen und mein Reisepass bei meinen Eltern ist.
Für diesen Antrag würde ich im schlimmsten Fall die gesamte mir im Moment zur Verfügung stehende Kraft benötigen, da schon heute die Jobcentermitarbeiterin (eine alte, wenig kompetente Bekannte) meinen Antragsversuch mit allen möglichen, nicht stichhaltigen Einwendungen abzuschmettern versuchte. Da ich mich aber mittlerweile in dieser Materie ein wenig auskenne, musste ich ihr nur in Bezug auf das nicht vorhandene, gültige Personaldokument recht geben. Trotzdem werde ich mir noch einmal den entsprechenden, schon erwähnten Gerichtsbeschluss zum Umzug über Kommunengrenzen hinweg heraussuchen müssen, damit nicht einmal der Gedanke auftaucht, dass man mich durch irgendwelche nicht zutreffenden Behauptungen los werden kann.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 9 - Wieder in Berlin abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s