Aufrecht stehen – allein, zu zweit, zu vielen

Und wieder einmal ein Versuch, neue Worte zu finden. Ich klebe immer noch an meinem Ideal, alles gedanklich durchdringen zu wollen, und es dann hier eloboriert zu verbreiten.
Insoweit ich das aber verstanden habe, muss ich mir deswegen keine Vorwürfe machen. Ich lerne dazu und die Umstände, wie mein gebrochener Finger oder, dass ich immer noch keine Wohnung in Berlin gefunden habe, geben mir auch die dazu nötige Zeit. Meine immer noch häufige Unzufriedenheit stammt aber daher, dass ich auch noch weiterhin versuche, Dinge erzwingen zu wollen, obwohl mir doch mittlerweile klar ist, dass es nicht den EINEN Weg gibt, sondern dass es darauf ankommt, WIE man seinen Weg geht.

Mein Umzug nach Berlin sollte aber einen wichtigen Schritt für mich darstellen, denn dort, so habe ich mir vorgenommen, werden ich versuchen, möglichst viele Maßnahmen zu ergreifen, um mich nicht so wie früher abzukapseln. Ganz im Gegensatz zum kleinen Dorf, in dem meine Eltern wohnen, und ich im Moment mit ihnen, gibt es dort zu jeder Tageszeit Menschen, die man treffen kann. Sobald ich ein Monatsticket habe, werde ich, sollte es mit meinem Bewerbungsgespräch in einer Woche nicht klappen, weite Streifzüge unternehmen. Ich will den Kontakt zu Menschen suchen, will üben, Beziehungen zu pflegen, ohne mich dabei verbiegen zu müssen. Dazu muss ich aber Menschen treffen, die nicht versuchen, mich einzuschränken, Menschen, die mit einem großen Maß an Freiheit und persönlicher Verantwortung umzugehen im Stande sind, weil es nur bei dieser Art Menschen einzusehen ist, dass man sich selbst zurücknimmt, um sie nicht in ihrer freien Entwicklung zu behindern.

Genauso verworren wie dies jetzt klingt, sieht es im Moment bei diesem Thema auch in meinem Kopf aus. Klar ist, dass ich mich selbst noch in dieser Freiheit und Verantwortung üben muss. Dies merke ich auch stark im Umgang mit der Kenianerin, die das komplette Gegenteil einer Klette ist. Vielmehr bin ich derjenige, der zu größerer Nähe und Abhängigkeit voneinander strebt. Nur mühsam kann ich diese Schwäche und Verletzlichkeit ertragen, ohne sie in einem schwachen Moment deswegen zu attackieren, weil sie mir nicht von sich aus gibt, woran ich so großen Mangel leide. Dieses Gefühl des Zukurzgekommenseins wird aber nie ganz verschwinden, schon gar nicht, wenn ich jetzt beginne, sie dafür verantwortlich zu machen.

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