Im Glück in Berlin – und im Stress

Ich würde euch gerne nur von meinem tollen Wochenende erzählen, leider aber (vollkommen natürlich eigentlich, da ich meine „Macke“ ja nicht nur halluziniere) sind auch schon wieder diese Dinger aufgetaucht, ihr wisst schon, diese Probleme.
Der Freitag und Sonnabend allerdings hätten nicht besser laufen können. Ich habe die Kenianerin wieder gesehen und ihr ein wenig Berlin gezeigt. Wir verstanden uns gleich auf Anhieb so gut, als wären nicht Monate sondern nur Wochen seit unserem letzten Treffen vergangen, und als hätten wir außerdem schon viel mehr Zeit miteinander verbracht als nur die 10 Tage im April in Kenia.

Ich habe mich auch gleich danach umentschieden und schon gestern begonnen, eine Wohnung in Berlin zu suchen. In der Berliner Zeitung fand ich auch sogleich ein Top-Angebot (weil EG), mir wurde dann aber auch sogleich klar gemacht, dass ich keineswegs der „Top-Mieter“ bin – Hartz was? Daraufhin, immer noch voller Tatendrang, bin ich in meiner alten Neuköllner Heimat in ein Internetcafe gegangen, und hab eine Bewerbung und mehrere Antworten auf Wohnungsanzeigen verschickt.
Da ich die Adresse meiner Schwester bei der Jobsuche angeben kann, habe ich schon mal ein Problem weniger. Mein Stress könnte sich aber doch gewaltig erhöhen, denn Wohnungen für Hartzer sind wohl, wenn ich das richtig sehe, nicht sehr weit verbreitet, weswegen ich mir in der Anfangszeit mit einer befristeten Anmietung behelfen müsste, weil ich so auch ohne Einkommensnachweis etwas bekomme. Um die Miete dafür zu bezahlen müsste ein Job her, den ich auch lange aushalte, da ich ja nicht krank machen oder kündigen kann, da ich ansonsten ja kein Geld für die Miete bekomme.

Alles in allem hat schon der Tag gestern, an dem ich mich mit diesem Thema beschäftigen musste, gereicht, um mich richtig aggressiv zu machen. Weil ich nicht wusste, wohin mit meinem Aggro, hab ich alles auf die geschoben, für die „ich das alles mache“. Womit dann sicher gestellt gewesen wäre, dass ich meiner „Kleinen“ beim nächsten
Treffen gleich mal richtig meinen Frust reingeschoben hätte. Die Aussichten auf die garantiert folgenden Konsequenzen, dass ich es mir mit ihr gleich richtig versaue, liessen mich dann auch wieder etwas depressiv werden.
Irgendwie aber hatte ich plötzlich trotzdem das Gefühl, dass alles gut ausgehen würde und ich konnte mich etwas locker machen, obwohl ich gestern vergessen hatte, meine Medis zu nehmen. Heute morgen dann fiel mir auf (eventuell schon wieder? ich weiß es gar nicht genau), dass ich einfach bei sämtlichen an mich gestellte Anforderungen aggressiv werde, weil als Kind an mich vollkommen überzogene gestellt wurden, welche auch beinhalteten, dass ich auf keinen Fall wütend darüber sein durfte. Von jetzt auf gleich sind die Anforderungen, die ich gerade selber an mich stelle, so gross wie schon lang nicht mehr: ich will eine richtige Beziehung, einen Job mit wahrscheinlich stressenden, unentspannten Kollegen und eine Wohnung, die dann auch bezahlt werden muss.

Da das alles ein bisschen viel auf einmal ist, habe ich mir jetzt, nach meinem obligatorischen morgendlichen Tee, vorgenommen, mir den grössten Stress zu ersparen, indem ich doch erst einmal versuche, mir eine Hartzer-Wohnung in Berlin zu organisieren. Die liegt dann wahrscheinlich in einer eher ranzigen Gegend, aber das wäre immer noch um Längen besser, als die auch existierende Möglichkeit, dass ich mit der Arbeit nicht klar komme, und dann vielleicht die Miete nicht zahlen kann, weil dass Jobcenter (dann ja in Berlin) sich nicht überzeugen lässt, dass ich nicht einfach arbeitsunwillig bin.

 

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