Es geht mir SEHR schlecht (und ich gebe es zu)

Wenn ich morgens die Decke aufdecke, entströmt von darunter der Gestank meiner Fürze der letzten Nacht. Meine Verdauung hat sich, seitdem mir zuerst kenianische Keime und dann kenianische Antibiotika die Darmflora zerschossen haben, noch nicht wieder vollständig erholt. Obwohl es Stück für Stück besser wird – lange hatte ich auch Dünnschiss – würde dieser Geruch mir im Augenblick soziale Kontakte extrem erschweren. Eine Nacht mit einer Frau könnte ich komplett vergessen, erst recht, wenn ich sie noch nicht richtig kennen würde.
Da ist es wohl gut, dass ich beides, soziale und sexuelle Kontakte, im Augenblick nicht einmal versuche zu erreichen, denn das würde auch nichts bringen, da ich im Moment froh sein kann, wenn ich nicht allzu depressiv werde. Wegen meines gebrochenen Fingers war ich in den letzten Tagen kaum aktiv, und konnte somit meine überschüssigen Aggressionen auch nur mit Wanderungen durch die Wiesen und Felder loswerden. Der Arzt hatte mir zum Hochhalten der Hand geraten, um Blutstau zu vermeiden, und da ich schon beim ersten Verbandswechel eine deutliche Blaufärbung bemerkt hatte, hielt ich mich daran (gestern, als ich den Verband erneuerte, konnte ich das Blaue dann einfach abwaschen
:-(.
Alternativ hätte ich meine Wut nur an anderen auslassen können, die es in Form meiner Eltern sicher auch einige Mal verdient und vertragen hätten. Auch meine kleinen Nichten können einen mitunter ärgern, aber bei den beiden habe ich natürlich noch eine besondere Beisshemmung. Zwar brauchen beide auch immer wieder jemanden, der ihnen ihre Grenzen aufzeigt – meine Eltern sind damit deutlich überfordert, während es mir besonders bei der Kleinen einige Male ganz gut geglückt ist – aber man will natürlich nicht seinen persönlichen Frust bei Kindern abladen.

Was allerdings bei dem ganzen Aggressionsstau wegen eines gebrochenen Fingers deutlich wird, ist, wie labil mein Gemütszustand ist. Das ich schon wieder häufiger ins Depressive abrutsche, habe ich schon auf meiner letzten Tour und dort besonders im Bus auf der Fahrt nach Bochum gemerkt. Darum graut es mir ein wenig vor den nächsten Monaten, weil ich wahrscheinlich, wenn ich wirklich schnell nach Köln ziehen möchte, darauf angewiesen wäre, zuerst in einer WG unterzukommen (sollte ich denn jemanden finden, der mich vorübergehend aufnimmt). Wenn ich mir dann noch vorstelle, arbeiten zu müssen, würde ich am liebsten nach einer Mama schreien, die mich tröstet (, und die nicht kommen wird).
Ich sollte also, wenn ich überhaupt daran denke, für zwei Wochen mit anderen zusammen zu wohnen, auf alle Fälle Leute wählen, bei denen ich mich potentiell auch trauen würde, ihnen von meiner Erkrankung zu erzählen. Das könnte wegen der zeitlichen Begrenzung ein weiterer guter Testlauf dafür sein. Wenn ich das eines Tages gut auf die Reihe bekomme, könnte ich vielleicht auch meine Idee verwirklichen, anderen per Inserat die Hilfe eines „bekloppten Underachievers“ anzubieten.
Warum ich aber, trotz all der auf mich zukommenden Probleme, nicht meine Pläne aufgebe, weiss ich nicht wirklich. Das klingt jetzt natürlich merkwürdig, aber im Grunde habe ich immer das Gefühl, etwas anzustreben, was mir einfach nicht gegeben ist, nämlich ein bewunderter „Held“ zu sein. Neben einem Mangel an Selbstwertgefühl, der übersteigerte Phantasien auslöst, mag es damit zusammenhängen, dass die mir von der deutschen Gesellschaft angedachten Alternativen einfach zu trist sind. Damit meine ich nicht nur langweilige und stressige Arbeit, sondern auch Menschen, die sich in ihrem Denken und ihrem Leben überhaupt aus Angst vor dem Unbekannten zu sehr selbst einschränken.

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