Ich werde ganz

Ich bin wieder unterwegs nach Hause. In Köln ist Messe und Hostels sind entweder belegt oder teuer. Eine Wohnung zu finden könnte dauern und unter Umständen teuer werden, weshalb ich jetzt kein Geld mehr nur zum Spass ausgeben will.
Außerdem kommt die Kenianerin nach Deutschland und da will ich erst einmal abwarten, wie es für sie hier läuft und natürlich, wie es mit uns beiden läuft, bevor ich in den Westen ziehe.

Gestern hatte ich wieder ein „nettes“ Erlebnis in Deutschland, dieses Mal war es in Wuppertal: auf den Bus wartend, musste ich plötzlich auflachen, weil mir ein lustiger Gedanke gekommen war. Das war für die beiden neben mir stehenden Deutschen Grund genug, ihre Sachen zu nehmen und ein paar Meter weiter von mir abzurücken, was ja auch verständlich ist, denn Leute, die ihre Gefühle, Freude zumal, offen zeigen, sind ja auch gefährlich.

Neben solchen Unerfreulichkeiten habe ich aber auch sehr positives erlebt, weil mir klar geworden ist (ich sollte sagen, deutlicher als zuvor), wie sehr ich unangenehme Gefühle von mir selbst abgetrennt habe, so dass ich sie als etwas Fremdes, nicht zu mir gehörendes erlebte, das aber trotzdem in mir ist.
Dieses Fremdheitsgefühl schafft große Unsicherheit, die bei mir meist schon begann, wenn ich morgens die Augen öffnete, in dem Augenblick also, wo man erstmals richtig merkt, wie man gerade drauf ist.
Da ich diese Abspaltung jetzt vorerst nicht mehr vornehme, durchlebe ich zur Zeit kurz hintereinander viele verschiedene Gefühle, die ich aber nicht mehr behandeln, also abschalten muss, da ich ja nicht mich selbst „abschalten“ will. Dazu zählen Wut, Einsamkeit, Angst, Geilheit, Unsicherheit und Schleimerei, also das Sich-kleiner-machen, um andere milde zu stimmen. Akzeptiere ich diese als einen zu mir gehörenden Teil, stören sie nicht mehr und können deshalb besser verarbeitet werden, wozu auch zählen kann, dass ich merke, dass es gar keinen wirklichen Anlass gab.
Woher habe ich die theoretischen Überlegungen, die mir versichern, dass ich mir damit keinen Mist ausgedacht habe? Natürlich aus dem schon oft erwähnten Buch von A. Mitscherlich.

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