Bayern bringt mich durcheinander

Jo, es gibt eigentlich viel zu berichten von mir, aber ich hab nicht wirklich Lust, etwas zu schreiben. Mir ist nämlich noch einmal klarer ge…., dass ich wahrscheinlich ohne die nötige Aggressivität auch hier nicht schreiben kann.
Ihr seht vielleicht an der Schreibweise, ich bin mir nicht sicher, warum ich nicht schreiben will, und ich bin damit gerade so genau, weil ich glaube, wieder einmal ein wenig besser erkennen zu können, was wirklich mich ausmacht. Dem will ich dann natürlich auch folgen.
Dazu zählt aber auch, dass vieles, was ich bisher als spontane sexuelle oder aggressive Gedanken von mir wahrnahm, nur dazu diente, mich davon abzulenken, dass ich mich nicht traue, diese Gefühle zu fühlen.

Weil ich mir mit all dem so unsicher bin, ist mir das Thema unangenehm, deswegen jetzt der brutale Themenwechsel:
Ich bin immer noch in Bayern und musste bei dem Versuch, eine längere Strecke durch die Berge zu wandern, eine kleine Zwangspause einlegen. Durch den Dauerregen, der mich im Augenblick sowohl von Diskothek als auch Zelt abschneidet, sitze ich in einer Pizzeria fest, die allerdings den Vorteil hat, dass die schöne Eigentümerin, die auch Köchin und zu einem späteren Zeitpunkt auch Kellnerin in einer Person ist, zu eben diesem späteren Zeitpunkt alleine hier sein wird.
Womit ich wieder beim Thema der sexuellen Ängstlichkeit bin, da ich mich natürlich nicht trauen werde, herauszufinden, ob sie Lust zu Schweinereien hätte. (Gerade merke ich, dass ihr Kellner wohl doch nicht nur Geschäftspartner ist. :-(
Aber auch in diesem Punkt gibt es einen Grund, warum mir mein Aufenthalt hier gefällt: die Menschen hier sind, was Sexualität und Aggressionen angeht, sehr zurückhaltend. Daher nervt es nicht so sehr, wenn ich so ungelenk mit meinen Gefühlen dieser Art umgehe, da ich hier weniger anders bin. Allerdings haben mich die Bayern wohl gerade deswegen bisher auch schon sehr genervt, denn, wenn sie diese Gefühle nicht offen zeigen, suchen die sich eben andere Wege, sich zu äußern. Die bayrische, schnieke, verschnörkelte Puppenstubenwelt, die strenge Arbeitsmoral und leider auch ihr aggressiver Fahrstil sind Beispiele. Da die abweisende Art vieler Passanten, Blickkontakt scheint einigen hier Schmerzen zu bereiten und Grüße sind oft nur Etikette, aber aggressiv macht, beginnt man bald selbst zu spüren, dass es eigentlich diese umgelenkte Aggressivität ist, die Bayern so „schön“ macht, weswegen man am Ende die Schönheit nicht mehr ungetrübt sehen kann.
Ich werde vorerst noch ein wenig weiter üben, mit geil sein, wenn ich geil bin, wütend sein, wenn ich wütend bin, und überhaupt ich selbst sein, und ich werde das, weil es mir eben hier klar wurde, auch weiter hier in Bayern probieren. Ab Anfang September werde ich dann aber versuchen, mir in Köln eine Bleibe zu suchen, da es ja, bis mir vielleicht die Rehamitarbeiter der Arbeitsagentur neue Wege aufzeigen (ich glaub eher nicht dran), vorerst mit guten Jobs für mich schwierig ist. Gut möglich, dass ich in Köln dann vor Langeweile doch wieder schaffen gehe. Ideen in der Richtung sind jedenfalls vorhanden, auch unkonventionelle, für die es wieder etwas Mut bräuchte.

[tag Aggressivität, Sexualität, Bayern, Verdrängung, Köln, wandern, Authentizität, Gefühle]

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