Drei Kinder und ein Baby

Ich bin mal wieder dran mit bloggen. Vielmehr: endlich ist die Depression der letzten Tage am abklingen und ich kann mich hier wieder hübsch positiv darstellen, denn trotz aller zur Schau gestellten Offenheit, meine Verzweiflung behalte ich doch immer noch lieber für mich selbst. Dazu später mehr…
Ich habe in den letzten Tagen auch ein interessantes Buch gelesen: Alexander Mitscherlich – „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“, worin wieder einmal beschrieben ist, wie wenig man doch angeblich gegen frühkindliche Prägungen ausrichten kann. Trifft das auch auf mich zu, dann bedeutet das, dass ich meine Erwartungen an mein Leben mal wieder etwas näher an die Realität heranrücken muss. Andererseits kann ich natürlich dennoch alles daran setzen, den Versuch zu unternehmen, dass es eben gerade bei mir anders endet. Nur wäre es vernünftig, im Hinterkopf auch alternative Lebenswege als für mich denkbar zu belassen.
Was an Parallelen zum im Buch gesagten hier im Augenblick besonders ins Auge fällt, ist das häufig kindliche Verhalten aller im Haus anwesenden. Das aber ist gerade jetzt besonders nervig, denn meine Nichte (7 Jahre) ist zu Besuch, was die beiden „Kinder“, die meine Eltern sind, dazu verführt, sich beim nun beliebtesten Kind einzuschleimen. Vor allem tut das meine Mutter, mein Vater macht notgedrungen mit, weil er es nicht wagt, sich mit meiner Mutter anzulegen. Die kleinste weiß natürlich längst ganz genau, wie sie darauf reagieren muss, und spielt fast ständig das Baby, da ja meine Eltern selbst (oder gerade) mit einem selbstbewußten Kind nicht klarkommen, weil jegliche Form wirklicher Auseinandersetzung unerwünscht ist.
Mich macht meine Mutter mit dieser Schleimerei, und der damit verbundenen Unaufrichtigkeit und Manipulation, sehr aggressiv, und gestern habe ich auch gleich angefangen, mit ihr deswegen herumzustänkern. Allerdings ist mir dann heute nacht auch aufgefallen, wie sehr kindliches Ohnmachtsverhalten auch in mir in Auseinandersetzungen mit meiner Mutter noch mitschwingt. Ich denke zwar, dass eine kindliche Auseinandersetzung besser ist als gar keine, da sie wenigstens einen Anfang darstellen und dabei den Druck etwas herausnehmen kann, danach müsste es aber idealerweise auf eine reifere Art weiter gehen.

Wie das Schicksal so spielt, habe ich auch ausgerechnet gestern meinen Computer schachmatt gesetzt, so dass ich mich nicht einmal mit Surfen im Internet ablenken konnte. Es scheint also alles bestens angerichtet zu sein, für die schon längst überfällige Auseinandersetzung mit meiner Mutter.
Sollte es mir im Übrigen gelingen, wirklich etwas von meiner kindlichen Paranoia und Ohnmacht abzulegen, könnte ich hier auch offener über die dunkleren Seiten meiner Seele berichten. Nicht ohne Grund verirren sich relativ wenige Surfer hierher, vielleicht liegt es auch daran, dass sie sich, so wie ich von meiner Mutter, von mir verarscht fühlen, weil ich hier immer so gnadenlos positiv erscheinen möchte.

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