Deprimierender „Volkscharakter“

Ich bin gerade in Erfurt in eine Bibliothek gegangen, weil ich Lust hatte bei dem Nieselwetter etwas zu lesen. Jetzt sitze ich hier vor dem Buch und weiß gar nicht, was ich hier soll.
Im Moment schaffen die Deutschen mich, mein Selbstwertgefühl ist im Keller und ich grübele wieder verstärkt. Das führt dazu, dass mir durch die darauf verwendete Aufmerksamkeit auch wirklich mehr Mißgeschicke passieren.
Eben im Dönerladen wollte ich zum Beispiel den Zucker für den Tee durch eine Scheibe hindurch ergreifen, wodurch ich auch noch etwas von meinem Tee verschüttete. Passiert mir so etwas während der Arbeit, führt das zu sehr starkem Stress bei mir und die Fehler häufen sich, was man mir nur in einem wirklich stupiden Job durchgehen lassen würde, weil man von den „Trotteln“, die diese machen, nichts anderes erwartet.
Damit wäre ich dann wieder an genau dem Punkt, an dem ich damals aus der Arbeit ausgestiegen bin, was mich ganz schön verbittert.
Zum Glück bleibt mir für den Winter noch die Möglichkeit der Zwischenmiete, um nicht länger als ein halbes Jahr an einen Ort gebunden zu sein. Eine WG würde ich unter diesen Umständen nicht in Betracht ziehen, denn die Spannungen würden sehr stark werden und auch nicht aufregend, sondern nervig.
Ich glaube, dass die Deutschen mit ihrer Angespanntheit, man muss nur mal auf ihre taxierenden Blicke achten, diese Anspannung in mir auslösen, welche ich mir im Augenblick nicht gestatte, obwohl sie sich dadurch auflösen würde.

Ich werde jetzt weiter nach Norden ziehen, um vielleicht ein wenig dem Regen zu entkommen. Mit der Suche nach Arbeit auf der Strasse (Leute fragen), werde ich warten, bis es mich wieder spontan überkommt. Ich denke aber, dass dies die Art sein könnte, auf die ich wieder die Konfrontation suche.

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