Sehr deutsch und doch anders

Meine Besucherzahlen auf dieser Seite gehen, wohl auch wegen der EM im Augenblick stark nach unten. Leider kann ich im Augenblick auch nicht viel unternehmen, um die Attraktivität zu steigern, weil das Internet hier im Süden Sachsen-Anhalts dafür einfach zu teuer ist (2,50€).
Ich habe gestern einen Tag gearbeitet und bin heute nicht mehr hingegangen, weil der Chef genervt von mir war. Ich war wohl einerseits zu hektisch und dabei andererseits zu selbstsicher.
Ich fühlte mich deshalb am Abend schon richtig mies und depressiv, teilweise auch aggressiv, bis zu dem Augenblick, als ich mich entschied, die Arbeit einfach sausen zu lassen und weiter zu ziehen. Natürlich habe ich gestern auch Fehler gemacht, z.Bsp. nach der Höhe meines Lohns im Beisein eines Kollegen zu fragen, aber um mich bei so etwas zu verbessern, brauche ich eine entspanntere Athmosphäre als gestern.
Ein Dummbrot von Kollegin hielt mich wohl auch für sehr bescheuert, da sie, die sonst nie jemandem Vorschriften machen kann, versuchte, mir ständig Anweisungen bzw. „gute Tipps“ zu geben. Ich wurde wegen meiner ruhigen, „naiven“ Art wieder einmal unterschätzt, habe aber trotzdem immer noch keine Lust, das Konkurrenzspiel des sich krampfhaft gegenseitig Übertrumpfens mitzuspielen.
Natürlich hatte ich vor und nach der Entscheidung weiterzuziehen als guter Deutscher und als guter Sohn Bedenken ob der Reaktion, die in dieser Geschichte von meinen Eltern bzw. Freunden kommen könnte: ein guter Deutscher erfüllt eben seine Pflicht, verdient sein Brot mit seiner Arbeit und lässt sich nicht von anderen aushalten. Ich richte mich also mit meinen schon 36 Jahren immer noch nach dem Urteil anderer Leute.

Auch in einer anderen Beziehung verspricht es bald brisant zu werden. Neulich machten sich zwei Frauen auf der Straße über mich lustig, weil ich meinen Rucksackregenschutz als Regencape zweckentfremdet hatte. Natürlich sah ich etwas ulkig aus, was aber noch lange kein Grund dafür ist, Sprüche zu klopfen. Da der Kommentar akkustisch nicht so genau zu verstehen gewesen war, habe ich nicht reagiert, nur der Sicherheitsmann des Festplatzes, den ich erkunden wollte, hat wegen seiner oberschlauen Art mich zurecht weisen zu wollen, eine leicht geladene Version von mir kennen gelernt. Wenigstens in dieser Auseinandersetzung habe ich nicht zurückgesteckt und mich behauptet.
In einem anderen Fall begann ich in einer Kneipe mich schon stark aufzuregen, weil eine bescheuerte Tussi immer wieder, für alle in der Kneipe gut hörbar, wiederholte, dass alle Männer dumm sind. Ich hielt lange stand und sagte nichts, aber hatte bereits begonnen runterzuzählen. Noch zwei weitere Wiederholungen und sie hätte sich nicht mehr amüsiert und endlich aufgehört, der Mittelpunkt des Geschehens sein zu wollen.
Ich freue mich schon auf die auf mich zukommenden Auseinandersetzungen, hoffe ich doch durch das Bestehen dieser, noch mehr dringend benötigtes Selbstwertgefühl zu bekommen, weil ich danach hoffentlich weniger Angst habe, mich zu wehren.

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