Auf ein Neues

Ich mach mir richtig Stress. Schlafen kann ich überhaupt nicht gut.
Gestern im Wartezimmer der Arbeitsagentur, mit all den anderen gestressten „Mitbürgern“, fühlte ich mich sehr wirr. Die Anspannung war so groß, dass ich keinen Weg mich zu entspannen gefunden habe. Zum Glück war das vorbei, als ich zu meinem Gespräch mit der Mitarbeiterin wegen meines Fahrscheins musste. Am Dienstag habe ich nämlich ein Vorstellungsgespräch in Bayern für einen Job als Hausmeister. Da das mein Wunschberuf im Augenblick ist, würde ich dafür sogar auf meine „Walz“ verzichten. Allerdings mache ich mir da nur geringe Hoffnungen, da ich kaum der einzige Bewerber sein werde, und meine geringe Erfahrung und meine lange Arbeitslosigkeit mich wohl rauskegeln werden.
Aber immerhin bin ich dann schon einmal wieder unterwegs.
Ansonsten hat mich mein Vater wieder einmal daran erinnert, wie sehr ich immer alles „richtig“ machen will, da ich wohl darin seinem Vater, also meinem Opa, ähnele. Ich glaube, er hat recht damit, und ich tue mich sehr schwer, damit aufzuhören. Zu sehr habe ich das von meiner Mutter übernommen, bei der Grübeln das Mittel der Wahl bei jeglichen Problemen ist, obwohl das Grübeln das eigentliche Problem ist, weil es dazu dient, von Gefühlen abzulenken.
Die Frage ist, warum ich es, obwohl ich dies weiß, immer noch tue? Ich habe wohl immer noch Angst davor, dass alle über mich herfallen würden, wenn ich nicht ganz genau aufpasse. So wie man eben als Kind Angst hat, wenn man im wahrsten Sinne des Wortes „mutterseelenallein“ ist. Diese Erfahrung war so prägend für mich, dass ich sie immer noch nicht verarbeitet habe.
Das erklärt auch, warum gerade die verspannten Deutschen, diese Gefühle bei mir auslösen, denn wenn auch die anderen verspannt sind, glaubt man noch mehr, dass es auch einen wirklichen Grund dazu gibt.
Was ich jetzt also versuche, ist, mir genau das selber zu widerlegen, indem ich mich in „Gefahr“ begebe, also unter Menschen, versuche dort nicht zu Grübeln, um dann zu sehen und endlich auch zu verstehen, dass trotzdem nichts Schlimmes passiert, auch, wenn ich es jetzt im „echten“ Leben mache, also hier in Deutschland und bei der Arbeit.

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