Mein Achillesherz

Ich bin jetzt, die kleine Weihnachtspause ausgenommen, schon fast zehn Monate unterwegs, und nun stehe ich vor meiner größten Mutprobe überhaupt.
Wenn ich bei der netten Lady, mit der ich vorgestern aus war, auch nur den Hauch einer Chance haben will, muss ich, was meine Schwächen betrifft, „die Hosen runterlassen“.
Als ich das letzte Mal Interesse an so einer tollen Frau hatte (in Lusaka, Sambia), habe ich vor lauter Angst, sie könnte mir davonlaufen, einen auf cool gemacht (Link), womit ich letztendlich ihre Unbekümmertheit und somit die Beziehung zerstört habe. Das will ich also nicht wiederholen.
Gestern, bei einem kurzen SMS-Chat mit meiner neuen „Göttin“, habe ich schon wieder angefangen zu schleimen, was ihr sofort aufgefallen ist. Auch dies ist natürlich bei einer starken Frau wie ihr absolut zum Scheitern verurteilt.

Ich habe heute Nacht noch einmal überlegt, warum ich derzeit schon wieder so angespannt, bis hin zur gelegentlichen Depressivität, bin. Aufschlußreich war dabei das erste Mal, an dem ich mich in letzter Zeit wieder so niedergeschlagen gefühlt habe. Das war genau an dem Tag, als mir eine junge, hübsche Schülerin auf sehr nette Weise geholfen hat, ein Zimmer zu finden, allerdings mehr oder weniger deshalb, weil sie mich für erheblich jünger hielt, als ich tatsächlich bin, und deshalb meinte, daß ich vom Alter her zu ihr passen könnte (zehn Jahre Unterschied sind hier absolut kein Hindernis).
Dies hatte mich sofort wieder an das größte Manko in meinem Leben, dem weitestgehendem Fehlen von menschlicher Nähe, auch was Freundschaften betrifft, erinnert, weswegen ich sofort ein kleines Tief hatte.

Und nun stehe ich da und weiß, wenn ich diese Lady will, und das will ich jedenfalls nach allem, was ich bisher von ihr weiß, dann muss ich mich genau dieser Gefahr aussetzen, wieder in ein großes, tiefes Loch zu fallen, wenn es daneben geht. Und nicht nur das.
Sobald wir uns besser kennen, wird mir nichts anderes übrig bleiben, als ihr zu gestatten, zu sehen, wie schwach und verletzlich ich, was das Bedürfnis nach Nähe anbelangt, bin. Ich muß praktisch sagen: „So bin ich.“, und ihr dann die Entscheidung überlassen, ob sie so jemanden möchte oder nicht.

Vielleicht sollte ich auch manchmal daran denken, daß es nicht jedes Mal so laufen muss, wie ich es einst gelernt habe, daß ich nicht jedes Mal erneut abgelehnt werde in meinem Bedürfnis nach Nähe.

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