Deutsche Frauen, dieses Mal digital

Da ich mich immer noch sehr stark zurückziehe, womit ich im Augenblick nicht wirklich ein Problem habe, surfe ich zur Zeit viel mit meinem Handy im Internet rum. Dabei bin ich auf einen Blog gestossen von einer, wie sie sagt Prostituierten, welche allerdings ein paar psychische Probleme zu haben scheint. Sie schreibt über verrückte Gedanken, „Glücksmacherpillen“ und auch von einem Onkel, der sie wohl mißbraucht hat, dabei will sie aber nicht „geisteskrank“ sein und scheint auch keine Hilfe zu suchen. Allerdings heult sie dennoch ständig rum mit dem Ziel, daß ihre Leser sie trösten sollen.
Aus meiner Sicht ist sie sehr manipulativ, will, daß man sich um sie kümmert, aber nicht, daß man ihr sagt, was man wirklich über sie denkt. Das hat mich beim Lesen augenblicklich sehr aggressiv gemacht, und ich hatte sofort den Wunsch, sie zu ficken (sie zeigt sehr freizügige Bilder von sich) oder aber alternativ, ihr zu „helfen“, womit man ja auch Macht über jemanden ausüben kann. Dieser Wunsch war so stark, daß ich meine Bedenken zur Seite wischte und einen Kommentar in ihrem Blog hinterließ, in dem ich mir Verkneifen konnte, allzu aggressiv zu klingen, da ich mich fürs „Helfen“ entschied (das Ficken ließ ich unerwähnt).
Weil ich daraufhin bei WordPress sehen konnte, daß jemand nach „unnaaf“ gegoogelt hatte (ich nahm an, daß es die Blogschreiberin wäre), wollte ich selber wieder einmal sehen, was man dabei so findet, und bin auf einen Eintrag bei hatr.org gestossen. Es handelte sich um einen Kommentar, den ich vor einiger Zeit auf einem Blog einer Feministin zu einer sehr intellektuellen Diskussion über Sexualität hinterlassen hatte. Da dieser hier jetzt aus dem Zusammenhang gerissen nicht mehr zu verstehen war, ärgerte ich mich wieder, und habe deshalb heute eine Email an die Autorin geschrieben.
Somit versuche ich mich gerade mit zwei sehr unterschiedlichen Frauen auseinanderzusetzen, welche sozusagen zwei Extreme darstellen: die eine jammert ständig rum, die andere schießt zurück bei der kleinsten Kleinigkeit. Die Form ist vielleicht nicht gerade clever, aber ich habe sie mir auch nicht ausgesucht, sondern sie mich.
Das ich dies jetzt tue ist alles andere als Zufall, denn irgendwie hat meine Zeit in Tansania seit Januar dazu geführt, daß ich sowohl Wut, als auch Trieb, wenn sie auftauchen, besser als einen Teil von mir akzeptieren kann. Ich überlege weniger in diesen Augenblicken und es ist mir auch meistens egal, was andere dann über mich denken. Ich bin wütend bzw. geil und fertig.
Ein wenig funktioniert das auch schon mit der Unsicherheit, obwohl ich immer noch lieber der perfekte Oberheld wäre.
Da die Auseinandersetzung im Internet stattfindet, habe ich auch immer noch die Gelegenheit vor einer Antwort ein wenig nachzudenken. Darum schreibe ich auch lieber SMS als zu telefonieren.

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