Nächtliche Kurskorrektur

Ich habe wieder festen Boden unter den Füßen und ein billiges Zimmer habe ich auch gefunden. Da aber die zum Guesthouse gehörende Bar mit dem Fernseher sich direkt vor meinem aus einem Fliegengitter bestehenden Fenster befindet, werde ich wohl nicht lange hier bleiben können.
Es ist hier drei Uhr in der Nacht. Ich habe zwar schon geschlafen, bin aber mittlerweile hellwach, da mir plötzlich die Erkenntnis kam, daß ich schon wieder zu viel plane. Anders ausgedrückt: ich habe wieder mit dem Grübeln begonnen. Das hängt wohl direkt damit zusammen, daß bis zu meinem schon bezahlten Rückflug nur noch eineinhalb Monate Zeit verblieben sind. Somit beginne ich zum Beispiel zu planen, was ich mit dieser Zeit anfangen soll, genauer gesagt, ob ich ich mir lieber Uganda oder Kenia noch näher anschauen möchte. Meine Gedanken kreisen aber auch immer mehr um das Danach, nämlich meine Jobsuche in Deutschland.
Hierzu müßt ihr wissen, daß ich vor meiner Reise mit meinem Arbeitsleben eigentlich schon abgeschlossen hatte, indem ich der Arbeitsagentur von meiner depressiven Neurose berichtet hatte. Dadurch war von deren Seite schon eine arbeitsmedizinische Untersuchung geplant gewesen, zu der es durch meine Reise nicht mehr kam. Da meine „Chancen“ auf eine Berentung eher gering waren, hatte ich diesen Weg verfolgt, um die Einsicht in meine besondere Lage von Seiten der Agentur, insbesondere was die für mich geeigneten Jobs betrifft, ein wenig zu vergrößern. Auch was die Arbeit betrifft, wollte ich „chaotischer“ werden, weniger, wie ich es gewöhnt war, angstvoll planen, sondern den Dingen, meinem Verhalten, meinen Reaktionen auf andere mehr freien Lauf lassen, genauso, wie ich dann auch meine Reise angegangen bin.
Mit meinem gestiegenen Selbstbewußtsein infolge der erlebten „Abenteuer“ haben sich dann aber wieder die alten Verhaltensmuster eingeschlichen. Ich war wieder der Meinung, daß, solange ich alles nur genau genug plane, ich die „Welt“ (der Arbeit) wie Phönix aus der Asche zurückerobern würde. Das ist, wie mir zum Glück wieder aufgefallen ist, natürlich Quatsch. Ich werde auch in Deutschland den Mut aufbringen müssen, mich dem „Lauf der Dinge“ zu überlassen, mich Gott in die Hände zu geben. Sollte mir das auch nur in Ansätzen gelingen, stehen mir interessante Zeiten und euch interessante Geschichten ins Haus. Auf sie mit Gebrüll!!! ;-)

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