Ich schlage zurück

Ein Dorf am Ende der Welt. Das keine Touristen hierher kommen ist nicht verwunderlich, denn die Straße ist nur ein besserer Waldweg, und für 120 km braucht man so fünf Stunden.
Hier bin ich eine mittelgroße Sensation und ohne Scham wird, wo ich auftauche, über den Mzungu gequatscht und es herrscht oft große Belustigung auf meine Kosten. Die Kinder aller Altersstufen brüllen mir hinterher. Einige freuen sich, mich zu sehen, andere wollen aber auch ganz klar ausprobieren, wie weit sie gehen können.
Einer hat sich auf diese Weise ein paar Schläge auf den Hintern eingefangen. Der erzieherische Effekt war aber fast null, denn er war danach immer noch sehr lustig. Schauspielerisch konnte er aber schon voll mit den Erwachsenen mithalten, als er versuchte, sein Schicksal mit Betteln abzuwenden. So etwas muß man erst ein paar Mal gesehen haben, bevor einem klar wird, wie vorsichtig man mit Schwüren und Beteuerungen zu sein hat, besonders, wenn es ums Geld geht.
Nach der „Kinderjagd“ am Strand bin ich Schwimmen gegangen, um mich ein wenig abzureagieren. Es hat zwar nur minimal geholfen, aber wenigstens konnte ich meine Angst vor meiner Wut dabei spüren und mir dieses Mal dafür vergeben. Das ist neu.
Morgen kann ich dann weiterreisen, sollte das Schiff wirklich kommen, was hier ja nie ganz so sicher ist.

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