Verzweiflungstat par excellence

Gestern geschrieben, bevor der Idiot vom Internetcafe einfach den Computer abgeschaltet hat:

Das war’s dann auch schon wieder. Ich hatte mal wieder nicht meinen immerwährenden Frust mit eingerechnet, der selbstverständlich die Geduld selbst der verständnisvollsten Dame überfordert.
Als ich die Lady (siehe letzter Beitrag) aus Jux fragte, ob sie mich „jetzt gleich“ heiraten würde, hat sie seltsamerweise zugestimmt. Gleich darauf habe ich ihre Mutter angerufen und sie um ihre Meinung dazu gefragt. Am Tag darauf, dem gestrigen Sonntag, ging’s dann auch schon zum Besuch bei der Familie. Die kleine, quirlige Lady hatte gleich ein paar Verwandte mehr eingeladen, aber im Gegensatz zur muslimischen Familie zwei Tage zuvor, hielt sich meine Nervosität in relativen Grenzen. Als ich mich mit der Mutter über das weitere Vorgehen und vor allem die Sicherheit ihrer Tochter unterhielt, lief ich sogar zu besonderer Form auf. Allerdings wurde mir auch klar, daß ich die „Kleine“ nicht so einfach nach Deutschland würde entführen können, ein Job wäre wohl schon vonnöten, und mit dem Arbeiten in Deutschland habe ich es ja nicht so aufgrund der dort vorhandenen stressbeladenen Atmosphäre.
Später dann, sie hatte mich bereits mit dem Bus zurück ins Zentrum gebracht, traten auch schon die ersten kulturellen Probleme auf, als ich ihr nämlich erläuterte, was aus meiner Sicht alles für Schwierigkeiten auf uns zukommen würden, und daß diese große Anstrengungen von uns verlangen würden. Damit begann auch der Teil des Abends an dem ich meinen Frust nicht mehr vollkommen davon abhalten konnte, sich auf sie zu stürzen. Sie wurde nämlich im Laufe des Tages immer mutiger mit den Beteuerungen ihrer Zuneigung zu mir und ich fühlte mich immer weniger in der Lage, darauf eine „ausreichende“ Antwort zu geben.
Am späten Abend dann, als sie mich per SMS fragte, wie ich mich gerade fühle, wollte ich meine aufkommenden Zweifel nicht mehr vor ihr verbergen und schrieb ihr von meinen Ängsten bezüglich unseres Vorhabens. Als Antwort darauf kam die Frage, ob ich sie nicht lieben würde. Ich überlegte lange bevor ich antwortete, weil ich einerseits nicht lügen, sie andererseits aber auch nicht verletzen und somit verlieren wollte, aber am Ende war die Antwort doch hart, denn ich schrieb, daß ich für Liebe mehr Zeit brauchen würde. Das war zuviel für sie, denn sie hatte mir ja vorher auf der Straße gesagt, sie würde mich lieben (nicht einmal 36 Stunden nach unserem ersten längeren Treffen), und konnte verständlicherweise nicht verstehen, warum ich sie heiraten wollte, wenn ich sie nicht liebe. Die ganze Geschichte ist ja auch sehr verrückt und konnte ja auch nur so entstehen, weil ich in dem Augenblick, als sie auf meine Frage nach einer sofortigen Heirat nicht mit Nein antwortete, ihr nicht sagte, wie beknackt das wäre. Wahrscheinlich einerseits aus meiner stets übergroßen „Nettigkeit“ Frauen gegenüber (ich hatte mein Medikament bereits ein paar Tage nicht genommen), andererseits aber natürlich auch, weil ich irgendwie hoffte, so meiner eigenen Einsamkeit zu entgehen.
Als Fazit dieser Episode muß ich wieder einmal einsehen, daß ich, bevor ich zu einer glücklichen Beziehung in der Lage sein werde, meine angestauten Aggressionen loswerden muß, oder wenigstens erst einmal mein Medikament regelmäßig nehmen und somit auf Sex größtenteils verzichten muß.

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