Mein verrücktes Leben fängt gerade erst an

Das wollte ich gestern per email posten. Hat leider nicht geklappt.

Leute, Leute, Leute, jetzt geht’s aber so was von ab, daß ich es selber,
soviel beknackte Erlebnisse ich auch schon mit mir hatte, nicht glauben kann.
Vorgestern wurde ich von einer jungen Dame, welche ich in einem Guesthouse, in dem sie arbeitete, kennengelernt hatte, ihrer muslimischem Familie mitsamt Familienoberhaupt, einem pensioniertem Infantrieleutnant, vorgestellt. Gestern habe ich mich dann mit meiner zukünftigen Frau getroffen.
Für die junge Muslima habe ich sogar am Telefon mit meiner Freundin in Sambia Schluss gemacht, weil sie mir so vielversprechend erschien, daß ich mich nicht in Lügen verstricken und unsere aufkeimende Beziehung so gefährden wollte. Das hatte auch gleich zur Folge, daß meine jetztige Ex mir ihre ewigwährende Liebe gestand, was mich etwas überraschte, weil sie in Gefühlsdingen immer relativ zurückhaltend war. Gleich darauf beschwerte sie sich aber, daß ich ihr Vertrauen mißbraucht und mit ihren Gefühlen gespielt hätte, Frauen für mich alle gleich und sowieso nur Sexobjekte wären.
Natürlich widersprach ich ihr anfangs, später aber gaben mir ihre Vorwürfe doch zu denken, da ich ja seitdem ich mit ihr zusammen war, wirklich jedem „Rock“ hinterhergeschaut habe, auch, wenn sie dabei war.
Mir war zwar klar, daß man so etwas nicht macht, aber ich wollte für sie auch nicht darauf verzichten, was wohl auch damit zu tun hatte, daß sie wirklich ein heißer Feger ist (Typ Messehostess) und ich einerseits sehr erstaunt war, daß sie sich überhaupt für mich interessiert, wodurch ich mich andererseits auch immer fragte, wie lange dieses Interesse wohl andauern würde. Im Grunde wollte ich mich für meine „Kleinheit“ damit an ihr rächen, daß ich sie beständig verletzte.
Daraufhin versuchte ich schon bei der Muslima, sie nicht nur als ein „geiles Ding“ anzusehen, und ich fühlte mich richtig gut dabei, weil ein Gefühl der Verbundenheit und der Verantwortung entstand, durch welches ich mich selber größer und stärker fühlte.
Allerdings gefiel mir ihre große Familie und die Rolle der Frau in ihr nicht (sie zu mir: „I listen to you.“). Der Mann ist so sehr Boss, daß sich ein kluger Mann, wie es ihr Vater wohl war, ständig zurücknimmt, da er es nicht nötig hat, es heraushängen zu lassen, während Frauen, wie die ältere Schwester meiner Lady, eine starke Persönlichkeit, sich laufend schnatternd in alles hineindrängen, um das Gefühl der Unterlegenheit loszuwerden.
Dieses Manko hätte man mit einer klugen Frau meistern können, die durch ihre Neugier auf andere Kulturen und andere Arten des Zusammenlebens sehr lernfähig sein würde. Allerdings kam als unvereinbar mit meinen Ansichten die Art hinzu, wie sie wie ein Armeeoffizier mit ihrem vierjährigem Sohn umging, so daß man sagen kann, daß sie für sich schon einen Weg gefunden hatte, mit ihrer traditionell zementierten, untergeordneten Rolle umzugehen, nämlich indem sie einen „kleinen“ Mann unterdrückt.
Bei so etwas konnte ich natürlich mit meiner eigenen persönlichen Lebensgeschichte auf keinen Fall mitwirken. Verantwortlich für alles Elend dieser Welt will ich mich aber auch nicht mehr fühlen, weshalb ich den kleinen Bengel guten Gewissens seinem Schicksal überlassen konnte.
Ich suchte mir einfach am nächsten Morgen ein anderes Zimmer, auch weil ich an jenem Tag gezwungen gewesen war, in einer üblen Spelunke abzusteigen, da ich nicht mit all ihren Geschwistern auch noch ein fünftes Guesthouse aufsuchen wollte (wir waren nämlich an jenem Tag zusammen im Bus in ihre Heimatstadt gefahren – eine Metropole am Indischen Ozean ;-). Ich mußte dem jungen Fräulein lediglich deutlich klarmachen, daß ich das neue Zimmer alleine suchen wollte, was ob ihrer anerzogenen Unterwürfigkeit kein Problem aufwarf.
Als ich die anstrengende, weil gepäckbeladene Suche nach einem halbwegs bezahlbaren Zimmer in Zentrumsnähe beendet hatte, kam in mir wieder das Gefühl auf, für nichts und wieder nichts mit meiner Freundin Schluß gemacht zu haben. Dieses Gefühl, welches natürlich auch die erneute Einsamkeit umfasste, wollte ich sogleich damit bekämpfen, indem ich ein Mädchen anrief, mit dem ich mich nur kurz auf dem Busbahnhof des kleines Küstenortes, in dem ich die Muslimin kennengelernt hatte, unterhalten hatte. Das vollkommen verrückte dabei ist, daß ich sie für eine Prostituierte hielt, weil sie mir erzählte, daß sie Hühner mästete, mir aber scheinbar nicht sagen konnte, womit sie sie fütterte, woraufhin sie sich entschied, doch in der Hotelerie zu arbeiten. Deshalb sah ich es auch nicht als Problem an, sie für 14 Uhr in mein Hotelzimmer zu „bestellen“ und da sie das auch als normal ansah, bestärkte es mich natürlich noch in meinem Glauben bezüglich ihres Berufes.
Als sie dann allerdings mit 50-minütiger Verspätung im Hotel ankam, mußte ich feststellen, daß die erwähnte Preiswertigkeit auch damit zusammenhing, daß es sich um ein Hotel mit somalischen Besitzern handelten, die sehr streng darauf achten, wer in ihrem Hotel mit wem ein Zimmer betritt. Ich fluchte, weil ich beim Einchecken nicht darauf hingewiesen worden war und versuchte zusammen mit meiner Begleitung ein anderes Hotel in dieser Preisklasse zu finden, was ich aber schnell aufgab, da ich ja schon vorher lange erfolglos mit diesem Ziel herumgesucht hatte.
Nach nur zwei Versuchen gab ich auf und fragte sie mit vollem Ernst, ob es für sie in Ordnung wäre, wenn sie mir heute nur die Stadt zeigen würde, wofür ich auch gedachte, sie zu bezahlen. Sie fand nichts Merkwürdiges an meinem Verhalten und im Augenblick erkläre ich mir ihr Verhalten mit großer Naivität, auch in Bezug auf das „paradiesische“ Leben, welches sie mit dem Mzungu, also mir, erwartet. Ob, neben ihrem schlechten Englisch, noch mehr dahintersteckt, werde ich herausfinden.Es bleibt also auch weiterhin spannend bei mir. Das Verrückteste habe ich aber noch gar nicht berichtet, denn als wir gemeinsam am Hafenufer saßen und uns unterhielten über Familie und unser Leben, fragte ich sie plötzlich, was sie davon halten würde…[WEITER]

Sie wartet auf mich in meinem Hotel und hat mir schon drei Nachrichten geschrieben, welche ich alle zusammen erhalten habe. Muß also schnell zu ihr. Werde aber auf alle Fälle weiter berichten.

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