Sehenden Auges in die Ungewissheit

Ich bin am hüsteln, am fiebern und natürlich am mir leidtuen. Ich hoffe es ist das tropische Klima und die fehlenden Vitamine, selbst Malaria wäre zu verkraften, aber ich befürchte, hoffentlich zu unrecht, AIDS.
Zu oft habe ich kein Kondom benutzt und jetzt da ich die afrikanische Seele schon ein bisschen besser kenne (Motto: Was mir nutzt, kann nicht so ganz schlecht sein.), gebe ich keinen Pfifferling mehr auf die Beteuerung einer im Bett besonders kunstvoll operierenden Dame, vollkommen gesund zu sein. Blöderweise hatte ich danach auch noch einmal mit meiner Freundin kondomlosen Sex, nämlich gleich das erste Mal.
Was jetzt aus meiner Sicht noch dussliger ist, ist die Tatsache, daß man ja an AIDS in Deutschland gar nicht mehr stirbt, sondern nur einen Haufen dusslige Medikamente nehmen muss, die sich dann wahrscheinlich auch noch in ihrer Wirkung nicht mit meinen Antidepressiva vertragen. Kondomlosen Sex hatte ich ja auch aus einem Todeswunsch heraus, besonders das oben erwähnte eine Mal. Eventuell, was den Sex mit meiner Freundin betrifft auch, diesmal auf alle Fälle unbewußt, um mich an den Frauen für mein sex- und zärtlichkeitloses Leben zu rächen.
Nur ist dieses jetzt ja gar nicht mehr so, und Spass habe ich ja auch wieder, jedenfalls hier in Afrika. Wie es dann ab Weihnachten in Deutschland aussieht, wird man sehen. Meine kleinen Flirtereien mit Europäerinnen in Lilongwe liefen zumindest schon besser, als ich das aus „grauer Vorzeit“ in Erinnerung habe.

Ich geh jetzt etwas essen und danach wahrscheinlich ins Bett, und zwar wie in letzter Zeit immer alleine, denn dass dickbusige Luder, mit dem ich heute den halben Tag verbracht habe, hat sich im Bett als nicht unterhaltsam herausgestellt, sondern nur die meiste Zeit von dem Handy gequatscht, welches ich ihr sponsorn soll. Einen Vorteil hat die Sache mit ihr aber doch, denn da sie kein Wort Englisch spricht, lerne ich schneller Kiswahili. Vielleicht nehm ich sie dann morgen noch einmal in die Lehre, obwohl das natürlich ein erfolgloses Unterfangen ist, denn selbst Huren wollen hier möglichst wenig Belastung bei der „Arbeit“.
Sie war im Übrigen mein erstes Abenteuer hier in Tansania und sie war es, die die Initiative ergriffen hat. Dummerweise hat dann auch gleich meine hübsche Hotelmanagerin das Ganze mitbekommen, weil das Luder nicht, wie von mir verlangt, vor der Tür wartete, als ich mein Wörterbuch holen wollte. Allerdings fiel auch dieses aparte Fräulein gleich bei mir durch, nach einem Blick in die Nasszelle meines Zimmers. Irgendwo muss ich aber am Ende dann doch ein paar Zugeständnisse machen, denn Fräulein Perfekt existiert selbst in Europa nicht.

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2 Antworten zu Sehenden Auges in die Ungewissheit

  1. Bobby schreibt:

    Nun habe ich hier einige Zeit gelesen und kann nur hoffen, dass es sich um einen Scherz und nicht um eine wahre Geschichte handelt.

    • unnaaf schreibt:

      Neenee Bobby, das entspricht schon alles der Wahrheit. Zum Glueck bin ich wohl auch ein bisschen ein Hypochonder, denn der AIDS-Test, den ich Weihnachten in Deutschland habe machen lassen, war erst einmal negativ. 100-prozentig sicher kann ich mir aber erst nach einem weiteren Test Ende des Monats sein (weil 3 Monate zwischen Ansteckung und Nachweisbarkeit liegen). Bis dahin kann ich also mit meiner jetztigen Freundin noch nicht so ganz, wie ich und auch sie moechte.

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