Der „KingSize-Lover“

Gestern habe ich nach nunmehr 23 Jahren Wichsen festgestellt, daß mein Schwanz doch größer ist als der Durchschnitt. In der Länge, das wußte ich bereits, sind es unbedeutende 5 Millimeter. Der Umfang aber macht den Unterschied, wenn es um die Wahl der richtigen Kondome geht.
Vor ein paar Tagen habe ich mein chronisch unterentwickeltes Selbstbewußtsein einmal pausieren lassen und mir KingSize-Kondome gekauft. Gestern habe ich diese zum ersten Mal, mit einer wirklich heißen Frau, ausprobiert, und siehe da, plötzlich spürte ich nicht nur das strämmende Kondom, sondern auch etwas vom Rein-Raus. Mein nicht vorhandenes Selbstwertgefühl und meine ständige, entscheidungslose Grübelei haben mir also auch bei dem bisschen Sex, den ich in meinem Leben hatte, entscheidend den Spaß geraubt. Jetzt werde ich mir von dieser Marke erst einmal einen kleinen Vorrat anlegen, denn in Afrika bekommt man in kleineren Orten meistens nur die von den Regierungen gesponserten 08/15-Exemplare.

Jetzt aber zu wesentlich wichtigerem: ich habe wieder eine Frau kennengelernt und diese ist wirklich ein Volltreffer. Das einzige, was es an ihr zu mäkeln gibt, ist, daß sie Public Administration studiert, womit sie natürlich in Deutschland nicht viel anfangen könnte. Womit wir auch schon bei meinem Problem, und natürlich, wie könnte es anders sein, gibt es eins, wären, denn meine Grübelei und aber vor allem mein im letzten Artikel erwähntes Selbstmitleid, treten für die Ansprüche einer so heißen Lady viel zu sehr zu Tage.
Am ersten Abend, nachdem ich sie in einem Danceclub kennengelernt hatte, während wir beide schon sehr angeheitert waren, war sie entgegen ihren sonstigen Grundsätzen doch schon mit mir in die Kiste gestiegen, wobei uns niemand anderes als ihr Bruder zum Guesthouse meiner Wahl gefahren hatte. Gestern abend war ich dann zu müde, um noch „Party machen“ zu können, als wir endlich einen Klub gefunden hatten, wo ihr die Musik zusagte. Zum einen hatte ich in der Nacht wohl überhaupt nicht geschlafen, weil ich es einfach nicht gewöhnt bin, zu schnarchen, wenn neben mir eine „Göttin“, für meine Verhältnisse jedenfalls, liegt. Zum anderen mußte ich meine Eitelkeit am Nachmittag noch in der Gegenwart einer im selben Klub gemachten Bekanntschaft sonnen. Nachdem dieses, noch sehr junge Fräulein sich bei mir eingeführt hatte, mit der Behauptung, daß sie wahnsinnig gerne Putzen und Kochen würde, und sie dann auch noch ihren Hunger mit Hühnchenflügeln für umgerechnet schockierende 6 Euro stillen wollte, war mir schon klar, daß wir zusammen passen würden wie Katze und Hund. Trotzdem konnte ich es nicht lassen, sie mir noch einmal bei Tageslicht anzuschauen, denn im Klub, unter zugegeben triebhaften Umständen, sah sie in ihrem Cocktailkleid sehr lecker aus. Außerdem war sie knackig schlank, ein Typ also den ich noch nie bestiegen hatte. Das aber nur nebenbei, denn ich wußte, als ich zu ihr fuhr ja schon, daß ich mich später mit meiner eigentlichen Favoritin treffen wollte und somit war ich sowieso nicht auf Sex aus, denn schon meine Lüge, daß ich am Nachmittag im Internetcafe gewesen wäre, hatte Frau „Muß-ich-haben“ als solche durchschaut. Nach einem Stelldichein mit Frau „Ich-koch-gerne“ hätte mir mein schlechtes Gewissen jegliche Chancen zunichte gemacht.
Beim Sex mit meiner Angebeteten war ich dann auch noch weit hinter meinen sonstigen „Darbietungen“ zurück geblieben, was ja vielleicht erst einmal nicht so schlimm ist, einen aber auch nicht gerade sicherer macht. Zum Beispiel habe ich nicht einmal versucht, es ihr mit der Hand zu machen, was ansonsten für die Frauen immer ein recht erregendes Erlebnis zu sein scheint. Es fehlte an Stellungswechseln und zu guter Letzt kam ich auch noch auf die Idee, sie mit Dauer-Rein-Raus in gemäßigtem Tempo zum Höhepunkt bringen zu wollen. Im Anschluß fragte sie mich, ob ich denn gekommen wäre, als wenn sie sich nur deswegen mal eben zur Verfügung gestellt hätte, während ich mich abrackerte, sie zu erregen.
Ich denke aber, daß solche Schwierigkeiten normal sind, wenn man sich an Frauen heranwagt, von denen man zuvor nicht einmal zu träumen wagte.
Nachdem ich heute in der Kirche war, in der ich ursprünglich geplant hatte, eine im Bus kennengelernte Frau wiederzutreffen, während sie sich zu Hause ausschlafen wollte, habe ich sie angerufen und sie war immer noch müde. Nach zweieinhalb Stunden wollte ich mich per SMS mit ihr verabreden, aber die Müdigkeit scheint keine Grenzen zu kennen und überdies von mir „verursacht“ zu sein. Meine guten Vorsätze von neulich, mich weniger zu bemitleiden, und darüberhinaus nicht so sehr zu klammern, konnte ich natürlich nicht von heute auf gestern umsetzen. Unter normalen Umständen sind die persönlichen Entwicklungen eben eher kriechend langsam, womit man erst einmal klar kommen muß, wenn man mit einer Frau dieser Klasse schon zweimal Erwachsenenspiele spielen durfte.

Jetzt, nachdem sie mich gerade eben in ihre Wohnung (JIPIEEEE) eingeladen hat, werde ich aber auf keinen Fall die Flinte ins Korn werfen und sie von mir aus verlassen, weil es „sowieso keine Chance für mich“ gibt. Dieses Mal werde ich mich in all den Schmerz stürzen, der auf mich zukommen könnte, wenn man sich erst verliebt, und dann als für nicht tauglich für ein weitergehendes Engagement abserviert wird („Waaas, du hast kein Auto?“).

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 5 - Afrika, Geschlechtliches abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s