Erneute Einsamkeit, erneute Zweisamkeit

geschrieben am 08.10.
Es ist eine Weile her – ich weiß jetzt gar nicht wie lange, da ich gerade nicht ins Netz komme. Sicherlich dachten einige von Euch nach meinem letzten Beitrag, dass ich nur einen sogenannten Cliffhanger produzieren wollte. Dass ich aber nicht im Gefängnis sitzen würde, sollte aber wohl klar gewesen sein, denn wie hätte ich dort den Beitrag schreiben können.
Die lange Pause entstand dadurch, dass ich mit meiner namibischen Freundin Schluß gemacht und es selber nur schwer verwunden habe, wieder allein zu sein. Zu sehr hatte ich das Gefühl der Sicherheit beim „Löffeln“ genossen. Getrennt habe ich mich deswegen von ihr, weil sie in vielen Situationen entweder sehr kindisch oder sehr unsicher war. Einerseits war es natürlich kein Zufall, dass genau ich mit so einer Frau zusammenkomme, andererseits war der Ausblick auf die Zukunft, in der es nicht nur geilen Sex, sondern eben auch viele Alltagsprobleme, gerade mit kleinen Kindern gegeben hätte, nicht sehr prickelnd. In meinem Alter und bei meinem stark abnehmenden Kontostand kann ich es mir nicht leisten, für ein paar Orgasmen mehr mein Zeit hier in Afrika mit einer Frau zu vertrödeln, mit der ich mir eine gemeinsame Zukunft nur schwer vorstellen kann.
Die Träume, die ich mir ausgemalt hatte, waren recht angenehm: ich komme nach Afrika, finde eine geile Frau, die sogar ein Kind von mir will, heirate sie und tausche deutschen Stress und deutsche Angst gegen afrikanische Armut und afrikanische Gelassenheit. Das es nach meinem bisherigen Leben nicht so bilderbuchartig laufen konnte, hatte ich mir aber schon vorher gedacht. Jetzt sitze ich wieder in meinem einsamen Loch, finde schlecht Kontakt zu anderen, weil ich wieder sehr unsicher im sozialen Kontakt bin.
Als ich am letzten Sonntag, noch etwas angetrunken, im Bus mit einem netten und schönen Mädchen ins Gespräch kam, bewirkte das wahrscheinlich mein langes Zögern bei ihrem Angebot, mir ihr Zuhause zu zeigen. Ich entschied, einfach abzuwarten, und als sie unerwartet früh ausstieg, war ich gelähmt und hatte weder ihren Namen, noch ihre Nummer erfahren. Ich versuchte zwar, mit den Informationen, die ich von ihr hatte – Herkunftsort, vierjährige Tochter, Hausmädchen, New Beginnings Church – sie wiederzufinden. Nachdem sie aber nicht beim mittwöchlichen Gottesdienst erschien, und auch der Pastor nur den reichen Europäer in mir sah, den man möglichst um ein paar Scheine erleichtern sollte, habe ich jetzt keine Lust mehr, am Sonntag wieder dort hinzugehen. Den ganzen, nahezu aussichtslosen Versuch, sie wiederzufinden, sehe ich als fatalistische Reaktion auf meine Einsamkeit, die ich mit aller Gewalt sofort wieder beenden wollte, da ich ansonsten eventuell „für immer versagen würde“. Frauen kann man aber mit dieser Art Verzweiflung mit 100prozentiger Sicherheit in die Flucht schlagen, weswegen es auch keinen Sinn hat, sie weiter zu suchen.

Jetzt am Dienstag komme ich endlich dazu, den Text auch zu posten. Die sich oben schon andeutende wachsende Gelassenheit hat dann am Sonntag dazu geführt, dass ich schon wieder eine Frau kennengelernt habe. Dieses Mal fast in allem ein Gegenteil der Namibierin: kleiner strammer Körper, ein paar unschöne Gesichtsmerkmale, dafür aber reich, unabhängig und erfolgreich. Ich habe sofort mein Medikament abgesetzt um sie und mich befriedigen zu können. Dieses Mal wollte ich aber nichts davon erzählen, weshalb sie jetzt schon anfängt, dieses „Problem“ (meinen schlaffen Schwanz) lösen zu wollen.
Gestern wurde sie auch schon skeptisch, ob ich auch wirklich an ihr interessiert bin. Da ich immer weniger gerne alleine bin und natürlich auch noch richtig mit ihr zur Sache kommen will, habe ich versucht, mich um eine direkte Antwort zu drücken. Das hat sie aber gemerkt und ist daraufhin erst einmal zu sich nach Hause gegangen. Heute habe ich aber schon wieder eine positivere SMS von ihr bekommen. Ich nehme an, dass mein „schwanzloser“ Sex ihr doch genug Lust auf mehr gemacht hat, um mir jetzt schon den Laufpass zu geben.

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