Konflikte mit dem Gesetz – Teil 1

Wenn die Freundin einen nach zwei Wochen, in denen man sie nicht gesehen hat, besuchen kommt, will man natürlich ein bisschen Privatheit und auch nicht unbedingt eine Karnickelbuchte mit Wasseranschluß. Aus dem Grunde habe ich mir auch zwei Tage lang mehrere Übernachtungsmöglichkeiten angeschaut, um eine möglichst meinen Vorstellungen entsprechende Unterkunft zu finden.
Hätte ich dabei mal bloß nicht so sehr auf den Preis geschaut, oder wäre ich doch in dem Zimmer mit der großer Kuhle in der Matraze geblieben, dass zwar nicht mit einem Fernseher ausgestattet war, dafür aber vier Euro günstiger war.
Im von mir gewählten Zimmer gab es nämlich ab dem Nachmittag kein Wasser mehr, womit der Ärger seinen Lauf zu nehmen begann. Man erklärte uns auf unsere Nachfrage, dass das Wasser in der ganzen Stadt immer am Nachmittag abgestellt werden würde, obwohl ich ja wußte, das dem nicht so ist, denn ich war ja vorher schon in anderen Guesthouses gewesen. Ich wollte mich aber nicht schon wieder herumstreiten und gab mich damit zufrieden, da ich ja davon ausging, dass am Abend wieder Wasser da sein würde.
Als meine Freundin und ich um 23 Uhr aber wieder zurück waren, gab es immer noch kein Wasser, was natürlich bei diesen Temperaturen unangenehm war. Ich beschloss am nächsten Tag einen Teil des gezahlten Geldes zurückzufordern, da ich ja auch nicht die versprochene Leistung erhalten hatte. Die verantwortliche Angestellte erklärte mir aber, dass es bei Ihnen keine Rückerstattung geben würde, außerdem sei der Manager gerade in Südafrika und sie könne das nicht entscheiden. Ich wurde wütend, erklärte ihr, wie ich die Situation sah, schnappte mir einen der geschnitzten Aschenbecher, denn was besseres war gerade nicht in Reichweite und ging. Meine namibische Freundin versuchte mich zwar noch davon abzuhalten, was ihr nicht gelang, und wir gingen, wobei ich vergaß, den Zimmerschlüssel abzugeben.
Genau aus dem Grunde wohl, wurden wir kurze Zeit später auf der Straße vom Chef des Schuppens abgepasst, der natürlich Schlüssel und Aschenbecher wiederhaben wollte. Auf den Hinweis, dass der Manager laut Aussage seiner Angestellten in Südafrika wäre, war er auf einmal der Miteigentümer. Ich gab wie immer schnell nach, da er mir versicherte, dass in der gesamten Stadt die Wasserversorgung unterbrochen gewesen war.
Am Abend dann war meine Freundin davon überzeugt, dass ich sie nur für meinen Spass im Bett gebrauchen würde. Das hing vielleicht auch damit zusammen, dass sie lange keinen Orgasmus mehr gehabt hatte, weil ich ihr großen Druck im Bett gemacht hatte, als ich mit ihr Schluß gemacht hatte, weil sie mich zu mechanisch im Bett behandelt hatte. Nun lagen wir nicht nur in getrennten Betten in einem Dormroom, sondern sie verließ mich auch mit den Worten:“I’ll be right back.“. Nun, sie war nicht „right back“ und ich entdeckte sie zeichnend an der Bar. Ich war sauer und wollte nicht alleine im Bett liegen, während sie sich an der Bar amüsiert, also entschied ich mich, die Stadt noch weiter zu erkunden. Ich gab ihr den Schlüssel, erklärte ihr, was ich vorhabe und verschwand. Ich ging geradewegs in das gegenüberliegende Guesthouse, mit dessen Managerin ich in der Nacht zuvor noch Sex gehabt hatte, und trank ein Bier, während ich mich mit ebendieser Managerin unterhielt. Diese fragte ich dann auch nach dem angeblich ausgefallenen Wasser und sie versicherte mir, dass ich belogen worden war.
Als sie kurz danach etwas zu erledigen hatte, kam mir die Idee, die Sache mit der Rückerstattung noch einmal anzugehen und ich machte mich auch sogleich auf den Weg. Zuerst wollte ich nur einen Aschenbecher klauen. Dann war mir das zu klammheimlich und ich entschied mich eine Flasche Hochprozentiges zu zerdeppern. Am Ende wollte ich sogar dem Manager/Besitzer in die Fresse hauen, falls er da wäre. Als ich ankam, zögerte ich auch nicht, sondern ging, ohne aufgehalten zu werden hinter die Bar und zerschlug eine entsprechende Flasche auf dem Tresen, während alle, die am selbigen versammelt waren, versuchten, in Deckung zu gehen.
Ich kam wieder in den Restaurantbereich mit den Worten:“That one was mine.“, wobei ich den Besitzer des Ladens zu erkennen meinte. Glücklicherweise kann man aber als Europäer die Schwarzen weniger gut auseinander halten, weswegen ich ihn erst einmal fragte, ob er es auch wäre. Im Nachhinein eindeutig ein Strategie, um einer Schlägerei aus dem Weg zu gehen. Mehr als viel Geschrei (ich beschwerte mich darüber, wie oft ich belogen worden war), ein wenig Herumgeschubse und ein Versuch seinerseits, mich zu würgen, passierte auch erst einmal nicht. Allerdings schlug ich auf sein Auto ein, während er irgendetwas darin suchte.
Ich wollte nun verschwinden, wurde aber von einem anderen Mann aufgehalten, von dem ich mich auch nicht ohne Anwendung größerer Gewalt lösen konnte. Kurz darauf war ich von fünf Männern umringt, darunter der Besitzer, welcher sogleich zu versuchen begann, mir die Handschellen anzulegen, welche er aus dem Auto geholt hatte. Man erzählte mir zwar, dass er Polizeioffizier wäre, ich wehrte mich aber trotzdem nach Kräften, denn ich befürchtete natürlich, einmal in Handschellen, ordentlich vertrimmt zu werden. Wenig später unterlag ich selbstverständlich der Übermacht, zumal ich ja weder schlug noch um mich trat, sie nahmen mich hoch und legten mich auf den Boden ab. Ich gab mich geschlagen, um sie nicht zu provozieren, denn sie warteten natürlich nur auf einen Ausbruchsversuch von mir. Ich schützte also meinen Kopf, bekam ein paar Tritte und wurde dann in das Auto des Chefs verfrachtet, mit dem es dann zusammen mit ihm und vier seiner Zeugen auf eine ziemlich entfernte Polizeistation ging. Ich war heilfroh, als wir endlich ankamen, denn da es keine Strassenbeleuchtung gab, sah es oftmals so aus, als wenn wir mitten durch den Busch fahren würden, und mir wurde etwas Bange um mein Leben.

Einen Artikel überspringen und die Fortsetzung hier weiterlesen:
Konflikte mit dem Gesetz – Teil 2

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