Das liebe Geld und deutsche Frauen

Was soll ich euch schreiben? Namibia kann wahnsinnig schön sein und Schönheit kann langweilig sein, wenn man nur von ihr lesen kann. Ich habe inzwischen die Küste wieder verlassen, denn dort war es die ganzen Tage immer nur bewölkt.
Jetzt bin ich auf einem der ziemlich luxuriösen Campingplätze, mit denen ich immer das Problem habe, das ich, wenn nicht einen weißen Rassisten, so doch einen weißen Ausbeuter reich mache. Allerdings muss man dabei auch sagen (wenn ich das nicht schon getan habe), dass man es hier als Gutmensch auch nicht einfach haben würde, weil man dann von den anderen Weißen gemieden bzw. boykottiert werden würde. Da ich immer nur ein paar Tage bleibe, kann ich leider nicht soviel dazu erfahren, wie ich möchte, denn zuerst ist man natürlich nur der reiche Tourist und somit ein notwendiges Übel für alle, die vom Tourismus leben. Ich schmeiße dieses Mal wenigsten nicht soviel in den Rachen des „Boer“ (Bezeichnung der Schwarzen für die Weißen), denn ich habe für die nächsten zwei Tage einen satten Rabatt von 50 N$ herausgehandelt, der allerdings nur durch ein Mißverständnis der schon älteren weißen Angestellten zustande kam, denn ursprünglich waren wohl von der Chefin 50 N$ pro Nacht, also 20 N$ Rabatt gemeint.
Beim Thema Geld kenne ich zur Zeit kaum noch Hemmungen, denn man muss als armer Arbeitsloser eben sehen, wo man bleibt zwischen armen Schwarzen, die einen ausnehmen wollen, und dabei auch vor Raub nicht zurückschrecken, und reichen Weißen, die, egal ob Einheimischer oder Tourist, die Preise hochtreiben. Dabei hilft, wenn man auch einmal wild zeltet, was im Moment noch nicht gefährlich ist, denn die eine Schlange, die ich bisher sah, nahm schleunigst Reißaus, als ich kam, weil ich genau aus diesem Grund wie wild durch die Landschaft stapfte. Desweiteren spart man natürlich beim Trampen, was schon unangenehmer werden kann, aber die zwei Schwarzen, die mich hochnehmen wollten, waren so auffällig darum bemüht, mich mitzunehmen, dass es sofort klar war, worauf sie aus sind.
Das hat zur Folge, dass man öfter auf die Hilfe von Touristen angewiesen ist, als einem lieb ist, denn man will ja Afrika kennen lernen, und dazu sind mir Informationen aus erster Hand lieber. Außerdem schwirren hier zu viele Deutsche herum und die, besonders die Frauen, gehen mir mit ihrer Bewertung von Personen (in dem Falle ich), die sie gerade einmal eine halbe Stunde kennen, in letzter Zeit sehr auf den Senkel. Im Gespräch entsteht eine unangenehme Pause und das Thema wird gewechselt nach dem Motto: Man sollte doch bitte schön einsehen, was für einen Blödsinn man gerade erzählt oder gemacht hat. Wie ich in einer Unterhaltung mit einer von ihnen direkt noch einmal erleben konnte, geht diese Art der Auseinandersetzung auf eine in Deutschland sehr beliebte Erziehungs-methode zurück, nämlich dem Liebesentzug. Ich vertrat dabei die Meinung, das Schläge in der Erziehung zwar nicht wünschenswert sind, aber auch nicht kategorisch ausgeschlossen werden dürfen, denn allzu oft wird bei der Erziehung zur Gewaltlosigkeit das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und die Durchsetzungsfähigkeit des Kindes geschwächt (siehe meine Erfahrungen in Rumänien und Istanbul). Die junge deutsche Frau empfahl in schwierigen Situationen, das Kind auf sein Zimmer zu schicken, wo es sich dann so lange miserabel fühlen soll, bis es seinen „Fehler“ eingesehen hat.
Was von den beiden Varianten die schlechtere ist kann man dann sehen, wenn man beobachtet, wie viel mehr ausgelassen die meisten ausländischen Kinder im Beisein ihrer Eltern sind. Besonders das völlige Unverständnis meines Gegenübers für meine Argumentation, und natürlich der oben erwähnte Drang zur negativen Bewertung haben bei mir dazu geführt, dass ich bereits Pläne schmiede, nach Polen auszuwandern, denn ich mag die Polen und ich denke, sie sind uns Deutschen noch ähnlich genug, damit ich mich unter ihnen wohl fühlen kann. Dadurch würden zwar weitere Reisen aus Geldmangel unwahrscheinlich, aber ich bin ja eh nicht der Typ, der lange Zeit dasselbe macht. Außerdem sind polnische Frauen die besten der Welt.

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