Macho? – Nicht mehr in diesem Leben!

Es ist Dienstagabend und meine 200 Türkische Lira (= 83 Euro) sind fast ausgegeben, aber das Hostel habe ich noch nicht bezahlt. Ich hatte also recht mit der Annahme, dass die geplante Summe nicht reichen würde.
Ich hatte mit Istanbul am ersten Abend richtig Glück, denn es war Sonnabend, ich war ausgeschlafen, der Bär tobte und ich habe die besten Sachen gleich zu anfang gesehen. Zuerst am Bospurus sitzend, drei Kreuzfahrtschiffe und ein großes Segelschiff das Goldene Horn verlassen sehen, Händler, die diverse Imbisse anbieten, darunter das genialste Fischbrot ever, und auf einem Plastikstuhl sitzend und Tee trinkend den Fähren und anderen Schiffen hinterhersehen. Danach dann im Vergnügungsviertel den größten Rummel erleben. Dıeser Spass wurde allerdings im Nachhinein etwas dadurch getrübt, dass mir ein Abschlepper einer Nacktbar, den ich nicht als solchen erkennen konnte, weil ich keine Lust gehabt hatte, mit ihm „ein Bier trinken zu gehen“, erzählte, dass jeden Abend soviel los wäre, woraufhin ich es nicht für nötig erachtete, mich zum Abhotten umzuziehen, da ich ja so noch genug Gelegenheit dazu gehabt hätte.
In den folgenden Tage mußte ich allerdings auch die weniger entspannten Seiten der Stadt (des Landes) erfahren, weil jede Schwäche, die man zeigt, und bei mir ist das ja immer noch die Standardeinstellung, genutzt wird, um die eigene Überlegenheit unter Beweis zu stellen. Selbst eine türkische Frau hat mich einmal dazu benutzt, ihren Frust abzureagieren, als sie mich in der Strassenbahn mit ihrem Kinderwagen in die Ecke drängte. Das kann aber auch ein gutes Trainingsprogramm für einen wie mich sein. Heute habe ich jedenfalls schon einmal eine junge türkische Mutter in einem Park vor einem rotzfrechen Bettlerbengel, welcher höchstens acht Jahre alt war, gerettet. Dieser wagte es sogar, sie mit seinen Sonnenblumenkernschalen zu bewerfen, ohne das sie sich traute, ihm eine hinter die Löffel zu geben. Soviel zur Stellung der Frau in der türkischen Gesellschaft.

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