Die Nacht der Megatraeume

Die Traeume von heute nacht haetten wirklich fuer drei Naechte gereicht. Zuerst wieder ein fuer mich typischer Ich-kann-fliegen-Traum, der in meiner alten Heimatstadt spielte. Anfangs versuchte ich ein wenig hinter fremden Fenster zu spannen, in den oberen Stockwerken versteht sich. Das brachte aber nichts. Dann bekam ich mit, dass eine Frau mich suchte vor der ich mich unbedingt (keine Ahnung warum) verstecken musste, was natuerlich kein Problem war mit meiner Superpower. Danach bin ich mit der Reihenfolge nicht mehr ganz sicher: ich wollte mich jedenfalls umbringen, indem ich in die Riesenabgasanlage eines Kraftwerkes flog, ueberlegte es mir dann aber anders. Auch dabei waren das Anbetteln einer schoenen Frau mit ihrem Auto, die mich an einen sicheren Ort bringen sollte, sich aber von mir bedroht fuehlte und sofort Alarm schlug. Immerhin kam ich ja zu ihr geflogen. An meiner alten Schule schlug der Versuch fehl, mich zu verstecken, worauf die mich reihenweise entdeckenden, partyfeiernden Yuppiekiddies ebenso reihenweise von mir in den Tod gestuerzt wurden.
Den absoluten Hoehepunkt dieses Traumes bildete allerdings die Schlussszene. Zuerst startete ich einen Rachefeldzug gegen die Reichsten der Reichen, welche sich protzige Glaspalaeste ins alte Industriegebiet gestellt hatten. Sie wehrten sich anfangs heftig und es hatte sogar den Anschein, dass sie gewinnen wuerden. Am Ende wurden sie aber von mir hoch in die Luft gehoben und einer nach dem anderen aus grosser Hoehe auf ihre protzigsten Bauten – Burotuerme etc. – geschleudert.
Danach war auch noch die Kulturelite dran, welche es sich leisten konnte, sich fuer zwei besonders beliebte Opern extravagante Bauten nur fuer dieses eine Stueck hinstellen zu lassen. In dem einen sassen die Zuschauer in riesigen, rotierenden, bienenkorbartigen Konstruktionen, welche an starken Drahtseilen von der Decke hingen. Diese eigneten sich aus Sicht von mir und meinem mir unbekannten Mitstreiter besonders gut dazu, durch uns durch das ganze Gebaeude rotiert zu werden, immer noch an der Decke haengend, wobei sie sich sonderbarerweise nicht miteinander verhakelten. Am Schluss der „Szene“ wurden diese Konstruktionen mitsamt ihrem verhassten Inhalt von uns beiden in die entferntesten Weiten des Pazifik befoerdert, wo die Todesart der Insassen darin bestehen sollte, sich bei dem Versuch der Rettung zu verausgaben.
Nach diesem von uns veranstalteten Inferno war uns danach, etwas Gutes zu tun, weil wir, waehrend wir ueber Deutschland flogen, keine lohnenswerten Ziele zur Zerstoerung mehr ausmachen konnte. Das – mir voellig unbekannte – Opernhaus von Bochum sollte jedenfalls verschont werden. Ziel unseres Altruismus sollte eine sich allein in ihrer Wohnung befindliche, schon etwas aeltere Frau sein. Mein Mitstreiter sollte den aktiven Part uebernehmen und ich wollte nur zuschauen. Dazu allerdings warf ich erst einmal das ueber ihr lebende Ehepaar aus dem Fenster auf die Strasse in den sicheren Tod, nur um durch die glaeserne Decke das Geschehen daunter besser beobachten zu koennen. Die Frau bekam etwas davon mit und, so glaube ich, musste am Ende als ungewuenschter Zeuge auch „das Zeitliche segnen“.

Nun wachte ich auf und war etwas bestuerzt ob der Gewaltorgie in meinem Traum, die voellig im Gegensatz stand zu meiner eine Nacht vorher gewonnenen „Erkenntnis“, dass auch all meine Schwaechen und Schmerzen mich letztendlich an ein Ziel fuehren werden, wofuer ich Gott dankte. Jetzt also dieser Rachefeldzug. Ich schaute etwas Fernsehen, onanierte zu den sich dazu vorzueglich eignenden russischen Musikvideos und versuchte ohne Probleme so etwa um halb vier wieder einzuschlafen.

Der nun folgende Traum fuehrte mich gleich zu Anfang in ein mittelalterlich anmutendes Gefaengnis, ungluecklicherweise als Insasse. Meine unzaehligen neuen Mitbewohner freuten sich ob des neuen jungfraeulichen Hinterns, der auch sogleich eingeweiht werden sollte. Noch vor drei Stunden Gewalttaeter par excellence, fuegte ich mich in mein Schicksal, wobei ich mich allerdings einem etwas behaebigen, aber gutmuetig wirkenden, haesslichem Riesen andiente, was mich vor anderen Interessenten schuetzen sollte.
Zum Glueck war dieser Teil des Traumes alles andere als realistisch, denn es piekste nur ein wenig. Im naechsten Moment, einige Zeit wurde einfach uebersprungen, hatte ich „meinen“ Riesen schon ziemlich gut im Griff – wie ein richtiges „Weibchen“ eben. Ich stellte fest, dass eine Insassin, denn ploetzlich gab es auch Frauen, an mir interessiert war und konnte meinen „Beschuetzer“ davon ueberzeugen, dass etwas Abwechslung, die fuer ihn in einer Freundin der sich fuer mich interessierenden Frau bestehen sollte, nicht schlecht waere. Er war einverstanden und ich zeugte vier Kinder mit dieser Frau im Gefaengnis.
Ploetzlich wieder frei, jetzt fehlen Teile in der Erinnerung, musste ich mich mit einer mittelalterlichen Halbwelt auseinandersetzen, in der ich es letztendlich schaffte, mich bis zu einem Kaepten, dem hoechsten Rang, hochzuarbeiten. Allerdings war ich nur einer von vieren und von diesen wiederum der am wenigsten Einflussreiche, denn ich verfuegte nur ueber einen Bediensteten, einen sogenannten „Schatten“, der mir ueberall hin folgte.

Es folgten weitere Traeume, in denen es um konkurrierde, wiederum fliegende Kindergeschichten (ich „war“ eine und gewann) und dann noch um ein musikalisches Happening mit Beteiligung aller und am Ende wieder Konkurrenz untereinander, dieses Mal allerdings ohne Sieger, ging.

Mag sein das all dieses davon beguenstigt wurde, dass ich an diesem Tag keine Tablette genommen hatte. Den Hauptanteil hatte allerdings ganz sicher meine davon unabhaengige, derzeitige psychische, etwas labile Situation. Letzteres konnte ich am Tage schon merken, da ich mir durch mein Auftreten spuerbar weniger Respekt verschaffen konnte (ich wurde beim Einkauf beschissen und auf der Strasse weigerte man sich einmal, mir Platz zu machen).

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