Sysiphos sagt: Ich bin so satt, ich mag kein Blatt

Jetzt „stehe“ ich schon kurz vor Krakau, aber eigentlich ja gerade erst, wenn man bedenkt, was ich vorhabe. Mir ist natürlich bewusst, dass man im Internet viel behaupten kann und dass gerade das Interessante oft in dem Geruch steht, einfach nur gut ausgedacht zu sein. Deshalb werde ich auch, sobald ich in Krakau ein gutes Internetcafe gefunden habe, erste Fotos reinstellen.

Großer Absatz, großes Thema, aber ich mache es kurz, was auch besser ist, denn ich tippe es ja auf dem Handy mit den Telefontasten.
Ich hatte geschrieben, dass Bewertungen mich gerade beschäftigen. Präzisierend kann ich dazu sagen, dass ja auch die Einstellung meines Vaters zur Gewalt einfach nur die Spitze des Eisberges seiner Bewertung der ganz normalen männlichen Aggressivität ist (ja klar, vielleicht auch der weiblichen, bin ich etwa eine Frau?). Demzufolge habe ich mich ständig extrem unwohl gefühlt, wann immer ich mich irgendwo behaupten wollte, da ja solch ein Verhalten von beiden Eltern stets negativ bewertet wurde.
Gleiches gilt natürlich in puncto Sexualität, wobei wieder die Bewertung und Kontrolliertheit meiner Mutter die Hauptrolle spielen. Besonders verwirrend ist es für mich, wenn ich auf der Strasse Päarchen begegne: die Frau macht mich an, dem Mann gegenüber will ich mich behaupten, und beides ist verboten.
Im grunde genommen habe ich ständig einen Weg gesucht, alles richtig zu machen (habe auch gerade vorsichtshalber gespeichert :-), um mich in meiner Familie sicher zu fühlen. Damit bin ich natürlich kolossal gescheitert, denn die Suche nach Regeln mit denen man sich bei jedem beliebt macht, ist eine unendliche und kann einen maximal ins Irrenhaus bringen.
Wenn ich bedenke, wie lange ich auf diese Weise schon meine auch als Belastung empfundene Traurigkeit unterdrücke, muss ich mich wundern, dass ich noch nicht dort gelandet bin.
Heute morgen, in einem sehr traurigen Moment, wurde mir klar, wie dringend es gerade hier einer Umbewertung bedarf, und wie sehr ich mich in diesem Augenblick selbst beobachtete und kontrollierte. Mit dieser Art meistens, und eben gerade wenn es wichtig ist, alles kontrollieren zu wollen, kann ich nicht weiterkommen.
Ich muss lernen, die Kontrolle zu verlieren ohne den „Erfolg der Maßnahme“ zu kontrollieren. Deshalb ist es gut, das meine Reise noch lang ist und noch viele Schwierigkeiten parat für mich hat.
Ich werde über meinen eigenen Schatten springen, jeden Tag ein bisschen weniger.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 4 - Osteuropa, Ich und andere abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s