Die Wade und ihre Bewandtnis

Ich bin heute siebeneinhalb Kilometer durch Berlin gelaufen und meine Wade machte sich wieder bemerkbar. Sie ist zwar nur etwas verhärtet, aber vor ein paar Tagen hatte ich sogar einmal nachts Krämpfe. Um mich zu beruhigen, sollte wieder ein Traum zerplatzen bzw. sich als „Träumerei“ herausstellen, habe ich mir gesagt, dass ich sie ja im Notfall operieren lassen könnte. In dem Fall wäre es sogar gut, dass ich zu meinen Eltern ziehe, denn mit operierter Wade wäre der Alltag wahrscheinlich alleine kaum zu bewältigen, wenn man will, dass sie gut verheilt.
Ich würde die Reise auch auf keinen Fall ganz absagen, denn im schlechtesten Fall ist es eine Reise auf Probe und ich finde ein paar nützliche, weil praktische Sachen heraus, die mir den Reisealltag erleichtern. Im günstigsten Fall lösten sich meine Muskulaturprobleme in Luft auf, denn im Ausland war ich schon des Öfteren entspannter als in Deutschland.

Eben gerade habe ich all diese eben niedergeschriebenen Gedanken, die zweifelsohne geholfen haben, mich in den letzen Tagen zu beruhigen, in den Wind geschlagen. Ich denke, dass meine Wadenprobleme vielleicht der Weg sind, auf dem ich meine seelischen Probleme auf die harte Tour lösen kann. Denn wieder einmal finde ich „gute“ Gründe, um missmutig zu sein und herumzumeckern. Ich sage mir natürlich, dass an dieser Einstellung, die ich mir selber gar nicht eingestehen möchte, natürlich meine Mutter Schuld ist, da sie es mir so vorlebte…(ich sehe sie in meinem frustrierten Gesicht, wenn ich in den Spiegel schaue)…, aber dass bringt mich nur wieder an den Anfang, das Meckern, zurück.
Vielleicht muss ich meinen Rucksack schultern und Tage und Wochen über schmerzende Muskeln und Gelenke jammern, um endlich einen Weg zu finden, dass auch ich damit aufhören kann. Vielleicht raste ich dermaßen aus, dass die Verhärtungen wie vom Erdboden verschluckt sein werden (Der aufmerksame Leser weiß vielleicht, was ich meine.) Vielleicht kaufe ich mir einen Hackenporsche oder einen kleinen Wagen, auf den ich meinen Rucksack schnallen kann. Vielleicht reise ich viel langsamer als gedacht, und komme nur in die Ukraine.
Aber vielleicht höre ich auch endlich damit auf, mir selber Leid zu tun.

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