Schlafen

Heute klappt es mal wieder nicht und ich glaube, es ist ganz einfach: Ich kann aus denselben Gründen nicht schlafen, wie auch meine kleine Nichte – ich fühle mich nicht sicher, weil ich allein bin. Aus demselben Grund schlafe ich auch schon, so lange ich mich erinnern kann, auf dem Bauch, denn so schützt man instinktiv seine verletzlichen Stellen, also Gesicht, Bauch und Geschlecht.
Das heißt auch, dass das noch eine ganze Weile so weiter gehen wird mit meinen Schlafproblemen, denn so bald werde ich keine Partnerin finden, da ich immer noch automatisch auf Schwächling mache, wenn ich eine attraktive Frau auch nur sehe. Würde ich jetzt im Bett neben einer solchen liegen, würde ich mich extremst selbst hassen, für den Umstand, dass ich genau das im Augenblick nicht zu ändern vermag. Spätestens am nächsten Morgen wären meine Kräfte erschöpft, und ich würde sie rausekeln.
Das derzeitige häufige Auftreten der Schlaflosigkeit hängt aber vor allem mit meinem Medikament zusammen und ist durchaus nicht nur negativ. Erstens werden mir gerade in diesen Nächten oft wichtige Dinge klar und zweitens führt die Schlaflosigkeit zu insgesamt mehr Energie, da sie depressionshemmend wirkt. Ich glaube, dass genau das im Großen und Ganzen der Wirkmechanismus des Medikaments ist. Die antidepressive Wirkung von Schlafentzug ist bekannt, nur sonst führt er natürlich auch zu extremer Erschöpfung und irgendwie schafft mein Medikament es, das zu verhindern. Die einzig negative Seite, die ich nach den am Anfang auftretenden leicht psychotischen Zuständen jetzt noch sehen kann, ist eine leicht unangenehme Aufgedrehtheit am Ende der Phasen mit extrem wenig Schlaf.

Die Frage, die mich bei dem Ganzen im Augenblick ein wenig beschäftigt, ist, wie gut ich Schlafen werde, wenn ich meine Reise begonnen habe. Da ich nicht irre viel Geld für die Reise zur Verfügung habe (gestern nur ein Dreier im Lotto :-), werde ich, um möglichst weit zu kommen, häufig im Zelt schlafen müssen. Aus eben diesem Grunde wäre eine Kombination aus Trampen und Wildcampen ideal. Das bedeutet, dass ich meistens in der Nähe stark befahrener Straßen unterwegs sein werde, und das wiederum ist nicht der ideale Ort, um am helllichten Tage schlafend im Zelt zu liegen. Auf den meisten Campingplätzen wiederum ist es am Tage fast unmöglich zu schlafen, denn irgendeiner macht immer Lärm.
Alles in allem wird es letztendlich darauf ankommen, vorausgesetzt meine allgemeine Verfassung entspricht auf der Reise ungefähr meiner jetzigen, wie gut ich mit Phasen der Deprimiertheit oder Aufgedrehtheit zurechtkomme bzw. ob und wann ich in einer solchen auf die falschen Menschen treffe. Bekomme ich nämlich auf diese Weise Probleme, wird das zwangsläufig meinen Schlaf verschlechtern und das wiederum könnte die Probleme noch verschärfen.
Letztendlich unternehme ich die Reise aber, um zu lernen, was genau in dieser Situation passiert, und ob und wie ich damit fertig werde.

Zum Schluss noch eine Bitte an den sich hierher verirrenden Leser: Ich brauche Ideen, um für diesen Blog die richtige Leserschaft anzuziehen. Damit meine ich Leute, die von sich aus nur zögerlich bzw. gar nicht auf der Suche nach Kontakt mit anderen sind, um über ähnliche Probleme zu reden, wie ich sie habe.
Auf die Dauer macht das Schreiben hier wahrscheinlich doch mehr Spass, wenn die Texte auch irgendjemand liest. Und dann könnte ich gerade auf meiner Reise in schwierigen Situationen auch Beistand gebrauchen, und das am besten von Menschen, die ein wenig Ahnung davon haben, wovon ich hier rede.

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